Linhof 6x9 und die Belichtungszeit

  • habe mich zu einer 6x9 Linhof Technika durchgerungen :D

    Jetzt ist die Frage wegen der Belichtungszeit durch den Balgenauszug aufgetreten,
    bei der 4x5 konnte ich ja ziemlich weit rein und raus fahren und musste die Zeit entsprechend korrigieren.

    Wie verhält es sich bei der kleinen Linhof da,
    der Balgenauszug spielt siche eine Rolle.

    Gibt es da Tabellen und einen "Nullpunkt" von dem aus gerechnet wird?

    "On ne peut prétendre avoir vu une chose
    tant que l'on ne l'a pas photographié."

    Èmile Zola, 1900

  • Die Linhof Technica 6x9 ist seit weit über 30 Jahren mein Arbeitspferd.
    Sie ist in jeder Hinsicht ein guter Kompromiss.

    Was den Balgenauszug anbelangt: da gelten die gleichen physikalischen Gesetze wie bei allen anderen Kameras auch.
    Der Verlängerungsfaktor ist vom Abbildungsmaßstab abhängig.

    Solange Du einen Abbildungsmaßstab von etwa 1.10 nicht überschreitest, ist ein Verlängerungsfaktor nicht relevant.
    Konkret: ist Dein Motiv beim Aufnahmeformat 6x9 größer als ca 60x90 cm, so brauchst Du keinen Verlängerungsfaktor zu berücksichtigen.

    Herzliche Grüße
    Klaus

  • Schön hier jemand zu haben der sich auskennt,
    ich hoffe morgen mehr sagen und sehen zu können.

    Vielen Dank schon mal

    "On ne peut prétendre avoir vu une chose
    tant que l'on ne l'a pas photographié."

    Èmile Zola, 1900

  • heute kam das gute Stück an.
    Solides Handwerkszeug ist das.

    Beim ansetzen des 65er Objektives stelle ich fest, dass kaum ein fokussieren möglich ist,
    auch wenn ich es ganz in die letzte Raste, also die hinterste einraste.
    Die Drehscheibe für den E-Messer habe ich auf 65 gestellt.
    Was mach ich da falsch?

    "On ne peut prétendre avoir vu une chose
    tant que l'on ne l'a pas photographié."

    Èmile Zola, 1900

  • Zur Verwendung de 65 mm Objektivs mußt Du den Laufboden abklappen, die Objektivstandarte wieder gerade stellen und den Schlitten bis zur Rastung ins Gehäuse fahren.
    Beobachte die Schärfe auf der Mattscheibe. Dann weißt Du ob Du alles richtig gemacht hast.
    Natürlich hat eine kurze Brennweite auch nur einen kurzen Auszug zum Fokussieren.

    Vielleicht findest Du ja irgendwo im Netz eine Beschreibung.
    Etwas Probieren hilft auch sich mit der Kamera vertraut zu machen.

    Solange Du keine Gewalt anwendest, ist alles möglich.

    HG
    Klaus

  • Danke, ich werd mich dran üben und Gewalt wende ich nie an!

    Im Moment erscheint mir die kleine Linhof als etwas umständlich, nun denn....

    "On ne peut prétendre avoir vu une chose
    tant que l'on ne l'a pas photographié."

    Èmile Zola, 1900

  • Es sind immer die gleichen Handgriffe die zu machen sind bis die Kamera einsatzbereit ist.
    Wenn diese (durch Übung) zur Routine geworden sind, denkst Du gar nicht mehr darüber nach.

    Das Fotografieren mit dem 65 mm Objektiv erfordert in der Tat zusätzliche Handgriffe.
    Es ist eine Frage der Routine.

    Für mich war es immer eine Freude mit einer so präzisen und gleichzeitig robusten Kamera umgehen zu können.

    Herzliche Grüße
    Klaus

  • Hallo Martin,

    da hast du gleich einen Schwachpunkt der Linhof entdeckt, die eingeschränkte Weitwinkel tauglichkeit. denn mit verstellen ist nicht viel drin beim 65er.
    Bei Butkus gibt es die Anleitung und sogar in deutsch.
    Wenn du eine mit Messsucher hast, prüfe ob die Steuerscheiben zu den verwendeten Gläsern passen.
    Und wenn du Landschaftsaufnahmen machst, nicht wundern wenn ein paar Landwirte kommen und wissen wollen warum ihr Land vermessen wird.
    Ach ja die Standarte gerade richten macht man mit dem Rad zwischen den 2 Hebeln die du drücken musst für den Standartenauszug.

    Gruß Achim

    Das Leben ist wie eine Klobrille
    Man macht viel durch

  • Hallo,

    ist ja schon alles gesagt, daher nur eine kleine Zusatzinformation: zum 65mm gibt es eine Einstellhilfe von Linhof. Aber ich glaube, die findet man in der Bucht höchstens einmal im Jahr. Und bei Linhof (man baut sie noch) dürfte das Teil verdammt viel kosten...

    Gruß
    Winfried