• Hallo Zusammen,
    ich traue meiner Küchenwaage ( welche bis 100g in Grammschritten wiegt) irgendwie nicht so 100%ig...

    Welche Waagen oder Wiegemethoden verwendet ihr um die Zutaten für die diversen "Suppen" abzumessen? Wollte halt auch ehrlich gesagt keine hunderte Euro für eine Präzisionswaage ausgeben...

    Danke für ein paar Tips/Ideen...

    gruss
    christian

  • Goldwaagen/Feinwaagen bekommst Du für unter 20€ im Netz. Die sind bis auf 1/100 gr. genau.


    Gruß Volker

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    Meine Meinung ist objektiv absolut subjektiv und/oder/aber subjektiv absolut objektiv

    und am besten macht es jeder so, wie er denkt und es mit seinem Gewissen vereinbaren kann
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    wer Bilder gucken möchte

  • Ich benutze zwei Waagen.

    Für größere Mengen habe ich eine digitale Küchenwaage von einem Discounter für etwa 20 €. Für kleinere Mengen benutze ich eine Gold-/Feinwaage von ebay, welche mir vor Jahren Gast0008 im Rahmen des Caffenol-Projekts empfohlen hatte. Letztere hat etwa 10 € gekostet.

    Das Problem ist oftmals nicht das Gewicht sondern das Volumen der abzuwiegenden Menge.

    Die Meßgenauigkeit der Küchenwaage liegt laut Datenblatt bei etwa 1 gr,die der Feinwaage bei 0,1 gr. Überprüfen konnte ich beide allerdings nur mit Gewichten ab 1 gr von einer chinesischen Feinwaage, die Foto-Brenner in den 80ern verkaufte.

    Karl

  • Goldwaagen/Feinwaagen bekommst Du für unter 20€ im Netz. Die sind bis auf 1/100 gr. genau.


    Mit Sicherheit nicht! Es ist ebenso wie auch bei digital anzeigenden Thermometern, dass durch die Nachkommastellen eine Genauigkeit suggeriert wird, die gar nicht gegeben ist und bei Billiggeräten wohlweislich auch nicht angegeben wird. Was jetzt aber nicht bedeuten soll, dass sie für den gewünschten Zweck unbrauchbar wären.

    Grüße,
    Rolf

  • Ich finde die 0,01gr-Waagen sinnvoll, wenn man Gefallen am Selbstansatz findet. Ich habe eine Mettler-Toledo-Waage mit 0,001gr-Teilung und fände eine 0,1gr Waage einen herben Rückschritt, da ich öfters Mengen im 0,1gr Bereich abwiege.

  • Wenn man so kleine Mengen braucht ist es sinnvoll sich einen Ansatz zu machen z.B 10g Chemikalie und 100ml Wasser. Je kleiner die Menge die ich brauch umso weniger konzentriert die Lösung.
    LG
    Adi

  • Danke für das Feedback... da ich aktuell zwar "nur" Caffenol selbst mache, aber auch am Experimentieren mit Edeldruckverfahren bin, schaue ich mal, was ich da so finde und suche mir was raus, was dann hoffentlich passt... ;)

  • Wenn man an den Sebstansatz denkt, ist es nach meiner unmaßgeblichen Meinung der verkehrte Weg, an der Waage zu sparen. Eine gute und präzise Waage ist zudem ja auch in anderen Bereichen einsetzbar - z. B. als genaue Briefwaage, in der Küche, etc.

    Man bekommt auf einer allseits bekannten Auktionsplattform oftmals aus Laborauflösungen etc. Laborwaagen der bekannten Marken für relativ (zum ursprunglichen Kaufpreis gesehen) wenig Geld. Die Hersteller bieten auch für diese Geräte durchweg noch Serviceleistungen an, wie z. B. die Überprüfung, Justierung und Kalibrierung oder, im Falle eines Falles, die Reparatur. Wie gut und genau die zahlreichen Laborwwagen aus China-Produktion sind, kann ich nicht sagen - ich habe da meine Bedenken.

    Aus diesem Grund habe ich im vergangen Jahr auf eben jener Plattform eine elektronische Sartorius-Laborwaage Typ LP2200S für ca. 250 Euro (Neupreis lag bei ca. 4000 Euro) erstanden. Diese Waage hat, im Gegensatz zu den China-Waagen einen sehr großen Wiegeteller, auf dem auch mein 5l-Becherglas sicher steht. Die Auflösung beträgt 0,01 g, die Höchstbelastung 2 kg - das reicht für alle Anwendungsfälle.

    Zudem besitze ich noch eine mechanische Analysenwaage, ebenfalls von Sartorius. Hier beträgt die Auflösung 0,0001 g - die Höchstwiegemenge liegt aber bei nur 100 g, was für manche Anwendungen zu wenig ist. Diese Waage stammt aus dem früheren Betrieb eines guten Freundes, der sie mir vor einigen Jahren mit den Worten "ich brauche sie nicht mehr, bei Dir ist sie in guten Händen und hat noch was zu tun" übergab. Er hatte die Waage, sie stammt wahrscheinlich aus den 60er oder 70er Jahren, sogar zuvor noch bei Sartorius durchsehen und kalibrieren lassen.

    Gerade bei mechanischen - aber genauso auch bei eletronischen Waagen, haben der Standort und die Genauigkeit der Ausrichtung einen erheblichen Einfluß auf die Wiegegenauigkeit. Der Standort muß möglichst schwingungsarm sein - also nicht auf der Waschmaschine im Schleudergang - und die Waage muß exakt waagerecht ausgerichtet sein. Viele Waagen haben dafür eine eingebaute Wasserwaage, die Kontrolle mit einer kleinen Präzisionswasserwaage ist aber sinnvoll und hilfreich.

    Ist eine Waage einmal an ihrem Standplatz ausgerichtet und kalibriert, dann sollte sie dort möglichst nicht mehr verschoben werden. Zumindest im privaten Bereich ist dies in meisten Fällen sicher kaum realisierbar, auch bei mir steht die Waage bei Nichtnutzung im Regal. Wenn man vor Benutzung die Waage ausrichtet, so ist für fotografische Anwendungen bei einer guten Laborwaage die durch die Ortsveränderung verursachte Ungenauigkeit vernachlässigbar.

    "Ein besonderes Kennzeichen photographischer Reaktionen besteht auch darin — und es ist vielleicht ganz gut, einmal ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen — , daß man selbst beobachtete oder anderweitig genügend beglaubigte Tatsachen oft bei einer Nachprüfung nach Jahr und Tag nicht wieder bestätigt findet."

    (Dr. Lüppo-Cramer in seinem Buch "Die Grundlagen der photographischen Negativverfahren", Halle (Saale) 1927

  • Für meine Zwecke reichen die von mir verwendeten und oben beschrebenen Waagen aus.Theoretisch (ich habe das noch nicht gemacht) reichen sie auch für die Wet-Collodion Rezepturen aus dem Kollodium-Buch.

    Wichtig war mir allerdings auch die Anschaffung eines Magnetrührers mit entsprechenden "Fischlein" um die Chemkalien in der Flüssigkeit hinreichend zu vermischen. Gerade bei Caffenol oder dem Ansatz von Microphen bzw. anderer in Pulverform verfügbarr Substanzen hat sich dieses Gerät bewährt. Ein Heizplatte hat mein Magnetrührer allerdings nicht.

    Für meine bescheidenen Anwendungen lohnt eine Chemie-Labor Ausstattung für etliche Hundert Euro nicht, da ich für diesen Preis gegenwärtig noch jede Menge kommerziele Photochemie erwerben kann.


    Karl

  • Den Vorteil des selbst Ansetzens sehe ich darin das man nur das zusammen rührt was man braucht und man keine Stabilisierung s Chemikalien rein rühren muss damit das Zeug haltbar wird. Man wenige Substanzen braucht um die verschiedensten Entwickler, Fixierer und Tönungen anzurühren. Daher ist man flexibel und muss nicht schauen das man eine angebrochene Flasche verbraucht damit sie nicht anranzt. Gebraucht kostet das was man braucht einen Bagatellbetrag und der Aufwand ist nicht hoch. Alleine wenn man sich die Tonnungen selbst anrührt spart man richtig Geld und eröffnet einen sehr viele Möglichkeiten.
    LG
    Adi

  • Ich habe über ein bekanntes Portal für private Kleinanzeige (!) Eine kern-wagge bekommen. 20 euro. Misst auf 1/10 Gramm genau und bringt reproduzierbare Ergebnisse. Etwas Geduld beim warten auf die passende Anzeige braucht es dann aber doch.