Film eintesten: Startschwierigkeiten

  • Guten Abend!

    Wollte mich ans systematische Filmeintesten heranwagen und habe auch Ergebnisse, die mich gerade ziemlich durcheinander bringen. Bitte nordet mich mal ein.

    Meine Idee war:
    7 Meßreihen über Zonen V, I, II, VIII und IX
    Jede Reihe unterscheidet sich um 1/6 Blendenstufe.
    Zusammen also 35 Bilder plus 1 Bild von der Hortensie ⇒ keine Verschwendung, prima.

    Mein Problem: Alle 7 Meßreihen haben die gleichen Dichten.
    Anbei die Belichtungsfolge (auch als PDF), die Messergebnisse vom Densi sind in der rechten Spalte.

    Ergebnisse.png

    Mein Vorgehen:
    1. TTL-Messung auf eine Leuchtplatte: 1/250s, f5.6
    2. Einstellen der Filmempfindlichkeit (beginnend mit 400 ASA)
    3. Manuelle Einstellung auf 1/250s, f5.6 für Zone V
    4. Ändern von zuerst Blende, dann Zeit für die anderen Zonen
    Schritte 2–4 wiederholen mit jeweils 1/6 Blendenstufe mehr Licht, bis effektiv 200 ASA erreicht.

    Erste Vermutung: Der Automatik-Modus könnte irrtümlich angeblieben sein. Das halte ich für unwahrscheinlich. Ich erinnere mich sehr gut daran, wie ich die Zeiten und Blende manuell verstellt habe, was bei meiner FE den Automatik-Modus ausschaltet. Vor jedem Auslösen habe ich Blende, Zeit, ASA und Korrektur kontrolliert und abgehakt. Ausreißer wären aufgefallen.

    Meine vorläufige Schlussfolgerung: Sobald ich manuell Blende und Zeit einstelle, spielt es keine Rolle mehr, welcher ASA-Wert eingestellt ist. (Wer mag, darf dann jetzt lachen ;) ) Find ich jedenfalls nicht selbstverständlich.

    Und jetzt meine Frage: Nehmen wir mal an, die Schlussfolgerung ist richtig. Wenn bei manueller Einstellung die ASA-Einstellung keine Auswirkung hat, ich also nur ganze Blenden am Objektiv sowie die halbstufige Korrektur an der Kamera habe: Wie bekomme ich dann beim nächsten Versuch die Drittelabstufung um Zone I herum hin?

    Ansatz: Im Automatikmodus bleiben und die ASA-Einstellung buchstäblich schrittweise reduzieren?

    Am Rande: Wohl kein Mensch testet mit Sechstelblenden ein. Wohl nur ich. Mich hat aber interessiert, wie eine Sechstel-Blendenstufe im Negativ aussieht. Die Zone X fehlt. Ich nahm irrtümlich an, ich könnte statt ihrer den belichteten Filmanfang messen. Ist Quatsch.Ebenso fehlt Zone 0. Auch hier die Annahme, dass es der unbelichtete Filmanfang hier auch tut. Vermutlich auch Quatsch.

    Vielen Dank und ein schönes Wochenende!

    Carsten.

  • Hallo Carsten, bei analogen Kameras kalibrierst du mit der ASA-Einstellung lediglich den internen Belichtungsmesser. Näheres hier: http://analoge-fotografie.net/belichtungsmessung/iso-wert/
    Diese Einstellung ist für dein Vorhaben also tatsächlich ziemlich irrelevant. Wie du dann jedoch auf deine 1/6 kommst, weiß ich auch nicht. So genau dürfte dein Verschluss sicher auch nicht funktionieren. Ich würde das mit der 1/6 sein lassen und gröber arbeiten.

  • Guten Abend!

    Wollte mich ans systematische Filmeintesten heranwagen und habe auch Ergebnisse, die mich gerade ziemlich durcheinander bringen. Bitte nordet mich mal ein.

    Meine Idee war:
    7 Meßreihen über Zonen V, I, II, VIII und IX
    Jede Reihe unterscheidet sich um 1/6 Blendenstufe.
    Zusammen also 35 Bilder plus 1 Bild von der Hortensie ⇒ keine Verschwendung, prima.

    Mein Problem: Alle 7 Meßreihen haben die gleichen Dichten.

    Bei allen 7 Meßreihen hast ja auch die identischen Zeit/Blende-Kombinationen manuell eingestellt, da müssen identische Werte entstehen. Die Reihen unterscheiden sich daher um nichts.

  • Da kann man aber eine schöne Statistik machen, wie reproduzierbar bzw. wiederholbar der Fotoapperat belicht und die Dichte gemessen werden kann... (obwohl 5 Stichproben nicht die Wucht sind)

  • Vielen Dank an Euch erstmal. Nun interessiert mich noch die ursprüngliche Frage:

    Und jetzt meine Frage: Nehmen wir mal an, die Schlussfolgerung ist richtig. Wenn bei manueller Einstellung die ASA-Einstellung keine Auswirkung hat, ich also nur ganze Blenden am Objektiv sowie die halbstufige Korrektur an der Kamera habe: Wie bekomme ich dann beim nächsten Versuch die Drittelabstufung um Zone I herum hin?

    Ansatz: Im Automatikmodus bleiben und die ASA-Einstellung buchstäblich schrittweise reduzieren?

    Beste Grüße
    Carsten.

    Gott grüß die Kunst!

  • Hallo Carsten,
    ich halte diese (deine) Methode zum Filmeintesten (nach meiner Meinung) für kaum durchführbar und auch nicht für wirklich zielführend. In der Verarbeitungsreihe (Film, Negativentwickler, Vergrößerer, Papier, Papierentwickler, Toner falls gewünscht) und in der fotografischen Praxis (Lichtqualität, Kontrast, Motiv) gibt es so viele Variablen, da nützt dir die ganze vorausgegangene Ausmesserei gar nichts.
    ciao, Maik

  • > gibt es so viele Variablen, da nützt dir die ganze vorausgegangene Ausmesserei gar nichts.

    Gerade deswegen empfinde ich es als wichtig, wenigstens einen festen Punkt zu haben: Nämlich Dichte und Kontrast für ein mittleres Motiv zu beherrschen.

    Auf meinen Fotoseiten unter Technik steht ein kleienr Aufsatz zum Eintesten. Vielleicht hilf er dir.

    Ich empfehle an einem verhangenen Tag (= die Beleuchtung ändern sich in kurzer Zeit nicht) eine graue Fläche ausmessen und danach im manuellen Modus arbeiten. Am Schluß noch mal messen.

  • Moin zusammen!

    ....aaaalso, Film-Eintesten, der zweite Versuch. Ich würde gerne Eure Meinung dazu hören, warum ich zwei verschiedene reale Filmgeschwindigkeiten ermittelt habe.

    Diesmal habe ich zwei Belichtungsreihen auf den Film gebracht, eine „elektronisch“ per Emfindlichkeitseinstellung nach TTL-Messung, und einmal durch manuelle Einstellung von Blende und Zeit.

    Die abfotografierte Leuchtplatte habe ich so eingestellt, dass die TTL-Messung z.B. glatte 1/125sec. ergab, von der ich dann auch bei der manuellen Reihe ausgegangen bin. Erwartet hatte ich, dass die Dichten wenigstens ungefähr übereinander liegen. Es zeigte sich, dass die manuelle Reihe nah an der Schachtelgeschwindigkeit war, während die elektronische Reihe durchgehend fast 4 DIN-Stufen drunter liegt.

    Diesen Dichte-Unterschied konnte ich über zwei weitere verschiedene Film/Enwickler-Kombis reproduzieren.

    Jetzt würde ich das gerne deuten können. Habe ich hier das Phänomen, dass der Beli in der Kamera nach gut 40 Jahren „zuviel Licht“ zu sehen meint und die Verschlusszeit dementsprechend zu kurz vorgibt? Dagegen spricht, dass die Nadel ja durchaus richtig liegt, da ich ja die manuelle Zeit an ihr ausgerichtet habe. Oder sind Nadel-Anzeige und elektronische Verschlusszeit-Einstellung so derart unabhängig voneinander?

    Wie ich es sehe, werde ich mich entscheiden müssen, mit welcher realen Empfindlichkeit bzw. welcher Belichtungsmethode ich arbeiten möchte. Naja, nicht schlimm, die manuelle Methode gefällt mir zunehmend besser.
    Danke Uwe, übrigens, für Deine Texte – die waren ein guter Einsteig in das Thema!

    Beste Grüße
    Carsten.

    Gott grüß die Kunst!

  • Hallo Carsten,
    ich glaube nicht, dass der Film (im gleichen Entwicker etc. verarbeitet) zwei unterschiedliche reale Filmgeschwindigkeiten (reale Filmempfindlichkeiten) hat. Du kannst deine Ergebnisse ja mal mit den Werten
    Zone I = 0,10 ( ich persönlich habe immer auf 0,12 eingemessen)
    Zone V = 0,75 (dieser Wert darf leicht abweichen)
    Zone VIII = 1,25
    vergleichen. Die Belichtungreihe mit (etwa) diesen Werten entspricht der realen Filmempfindlichkeit.

    Die Differenz zwischen TTL-Messung und manueller- Messung ließe sich eventuell durch eine angepasste Einstellung der ISO ausgleichen? Also du findest die reale Filmempfindlichkeit heraus (z.B. manuell) und passt dann die ISO um vier DIN-Stufen für die TTL-Variante an.

    ciao, Maik

  • Moin Maik,
    nein, natürlich hat der Film keine zwei verschiedenen Geschwindigkeiten. Das war auch eher bildlich gemeint. Was ich meinte:

    Die mit manueller Einstellung auf den Film gebrachte Lichtmenge (und damit die Negativdichte) ist über alle Zonen höher, als bei der elektronischen Verschlusssteuerung. Bei der manuellen Reihe war 0,10 eben bei Zone I+1/3 erreicht (also 20° statt 21°DIN), und bei der elektronischen Reihe erst bei sagenwirmal Zone+2/3 (17° DIN). Ebenso die Dichten beim MIttelwert Zone V, obwohl ich die manuelle Zeit direkt auf die Beli-Nadel gelegt habe. Bei meiner Nikon FE wandert diese nämlich auf einer Zeitenskala.

    Meine Erklärung dafür ist, dass die elektronischen Verschlusszeiten zu kurz sind. Aber die Frage: Warum, wenn doch die Nadel die richtige Zeit anzeigt?

    Viele Grüße
    Carsten.

    Gott grüß die Kunst!

  • Eine Möglichkeit wäre, dass die Anzeige in der Kamera dejustiert ist und, die Kamera anders belichtet als angezeigt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Kamera stufenlose Belichtungszeiten bei TTL nimmt. Sie kommt z.B. auf 1/160stel statt 1/125 bei manueller Einstelllung. Du müsstest den Verschluss bei manueller und automatischer Einstellung prüfen.

  • Dejustiert ist doch schonmal ein interessantes Stichwort. Ich meine über die FE gelesen zu haben, dass sie tatsächlich Zwischenwerte nehmen kann, also zB. 1/160; der Zeiger steht dann natürlich zwischen Zwei Zeit-Zahlen. Ein merkwürdiger Zufall wäre es allerdings schon, wenn die Dejustierung dazu führt, dass der Zeiger genau auf der Zeit (1/125) steht, die bei manueller Einstellug auf 1/125 zur korrekten Belichtung führt, mit anderen Worten, auf der korrekten Zeit.
    Sind noch andere Fehlerquellen denkbar?

    Gott grüß die Kunst!

  • Hmm. ich geb mal was dazu, siehe mein Avatar. das war Sover Wongs Schreibtisch und meine Nikon F2 mit einem Spender daneben.
    .


    Weiterhin hat die FE austauschbare Mattscheiben, die aber den Belichtungsmesser beinflussen können. siehe nikonclassics

    FE


    also wenn die Falsche einstellung vorliegt, kann eine dunklere oder hellere Mattscheibe oder dreck auf eben dieser den Beli nach oben und unten täuschen.

    externer Belichtungsmesser mal zum Vergleich ?

    Zitat von Michalke

    Übrigens sind die helleren Einstellscheiben K 2, B 2 und E 2 der FE2/FA

    in der Nikon FE ebenfalls verwendbar. Dabei darf allerdings nicht
    vergessen werden, die Filmempfindlichkeits-Einstellung entsprechend der
    Angabe zu korrigieren. Denn nicht nur der Fotograf hat dann 1/3 Blende
    mehr Licht im Sucher, sondern auch die Belichtungsmeßzellen.