• Ich muss ja sagen das mechanische Uhren auf mich eine hypnotisierende Wirkung haben.

    Geht es euch auch so?

    Hier mal 2 Uhren die ich besoders mag und die 3 entscheidende Punkte gemeinsam haben, beides sind Chronographen, beide verwenden ein Schaltradwerk und genau solche Modelle wurden auch im Weltraum getragen.

    Hier erst einmal die Poljot Strela, in der UdSSR war es das Standardmodell der Jetpiloten bis etwa anfang/mitte der 70iger Jahre.

    Die „Strela“ (zu Deutsch: „Pfeil”) war ursprünglich für Luftwaffen-Kommandeure entworfen worden. und verfügte über eine Stoppuhr, einen 45-Minuten-Timer, ein Telemeter zur Bestimmung des Abstands zu einer Schallquelle und einen Tachymeter zur Berechnung der Geschwindigkeit anhand der Reisezeit. Der sowjetische Durchschnittsbürger hat eine solche Uhr nie zu Gesicht bekommen.

    Genau so ein Handaufzug Modell mit dem Kaliber 3017 und ganz ähnlichem Zifferblatt wurde von Alexej Leonov beim ersten Weltraumspaziergang 1965 getragen.

    Und das zweite Modell die Seiko 6139-6002. Ein Automatik Schaltradwerk von Seiko Kaliber 6139 welches zum einen das damalige Wettrennen um das erste Automatik Schaltradwerk für die Japaner entschied. Genau diese Ausführung wurde durch Col. William Pogue, Pilot der Mission Skylab 4 berühmt. Pogue hatte sie als seine Privatuhr mit an Board geschmuggel und Seiko gebührt so ohne Zutun der Titel des ersten automatischen Chronowerks im All.

    Mittlerweile hat die Ausführung Seiko 6139-6002 den Spitznamen Seiko Pogue Pepsi.

    Gruß

    Marwan

    "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)

  • Hier werden noch eine Seiko 5 und eine Oyster Perpetual Day-Date regelmäßig immer mal wieder entstaubt und bewegt.

    Faszination aus einer anderen Zeit... :)

    In Wirklichkeit passiert die ganze Zeit gar nichts - Jim Rakete 2007

    Bilder

  • Auf Marwans Erwähnung von "Poljot" bin ich gleich angesprungen.
    In München tauchten diese Uhren in den 90er Jahren regelmäßig auf dem Flohmarkt in Riem auf.
    Da bin ich öfters an manchen Tischen nicht ungeschoren vorbeigekommen.
    Soviel ich weiß, ist Poljot zweimal pleite gegangen, nach dem ersten Konkurs wurde das Werk übernommen, ging dann aber
    nach einiger Zeit unter neuem EIgentümer wieder pleite und das war's wohl.

    Die abgebildete Poljot Jet-Fighter habe ich schon ein paar Jahre (In München handelt online der Ingenieur Juri Levenberg mit Poljots),
    meine älteste ist aus den 90ern. Alle tun es noch.

    Die andere Uhr, die "Camel Trophy", hat ein ähnliches Alter bei mir auf dem Buckel, 1996 im Duty-Free auf dem Airport von Istanbul erstanden.
    Tut immer noch treu ihre Dienste. Ist aber anfälliger für Magnetfelder (plötzliches Vor-Gehen um 2 Minuten u.ä. ) als meine anderen Uhren, zumal heutzutage die Hüllen von Smartphones und Tablets mit ihren Magneten einer mechanischen Uhr schnell Probleme machen können.

    Habe mir deshalb einen kleinen Entmagnetisierer zugelegt, der hat der Camel schon ein paar Mal geholfen.

    Beide Bilder sind übrigens digital aufgenommen.

  • In München tauchten diese Uhren in den 90er Jahren regelmäßig auf dem Flohmarkt in Riem auf.

    Poljot hiess ja bis ende der 50iger Jahre noch "Perwyj Moskowski Tschassowoi Sawod" (Erste Moskauer Uhrenfabrik).

    In den 90igern wurde ja sehr viel auf Flohmärkten angeboten. Da konnte man teilweise richtige Schnäppchen machen. Später hat man dann bei Poljot begonnen sich am Design von Schweizer Uhren zu orientieren. Die Chronografen waren immer das Kaliber 3133 das etwa anfang der 70iger eingeführt wurde und im grossen und ganzen auf dem schweizer Valjoux 7734 basiert. Das gab es dann in den unterschiedlichsten Derivaten wie zB. mit Mondpahase bei der Poljot Luna. Das 3133 löste dann das vorherige 3017 das in meiner Strela ist ab. Grosser Unterschied ist das das aufwendiger zu fertigende Schaltrad dann einer Kulissenschaltung weichen musste.

    Aber auch das ältere 3017 basiert auf einem alten Valjoux, hier war es das Venus 150/152. Die Schweizer verkauften es an die UdSSR um eben das neuere 7734 zu finanzieren. Das war bei den Eidgenossen kein Einzelfall. Das Venus 175 (Auch Schaltrad) ging zB. nach China und war dort die Basis für das Sea-Gull ST19 welches auch als Pilotenuhr bei der chinesischen Luftwaffe ab 1961 Verwendung fand.

    "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)

  • Mahlzeit Miteinander,

    auch ich mag mechanische Uhren von Klein bis ganz Groß.

    Aber ich möchte mich aufs Erste mal mit den kleinen Tragbaren beschränken, und da uch nur auf ein paar besondere Stücke.

    Meine Red Star hatte ich ja anderweitig gezeigt.



    Zuerst 2 Vostok Ambphibian, das linke ist ein Sondermodel der Scuba Dude.

    Beide habe ich mit einem Glasboden Nachgerüstet



    Als Nächstes eine Seagull.


    Diese hat schon Werksseitig einen Glasboden um das Automatikwerk zu bewundern.

    Als nächstes ein 20 Euro Chinateil mit Automatikwerk und Glasboden, habe dem schönen Ziffernblatt nicht wiederstehen, ohne Datumsfenster wäre sie noch schöner.


    Zu guterletzt eine Poljot mit wie man auf Neudeutsch sagt Timerfunktion.

    Die zweite Krone ist zum einstellen der Timerzeit, und Aufziehen der Feder, denn der Timer ist nichts anderes als ein mechanischer Wecker.


    Uff gerade noch die 500KB für Bilder eingehalten.


    Gruß Achim

    Das Leben ist wie eine Klobrille
    Man macht viel durch