Lichtbildnerei mit der Lochkamera / Pinhole

  • Ich habe über die Forensuche nur einen über 10 Jahre alten Thread zum Thema gefunden und vielleicht ist es Zeit für etwas Neues?

    Mich reizt das Thema schon seit Langem und vielleicht ist in diesem Jahr die Zeit für mich gekommen, es auch endlich in Angriff zu nehmen.

    Ich denke, es sollte hier um folgendes gehen:

    - unterschiedliche Kameras mit Vor- und Nachteilen

    - geeignetes Filmmaterial

    - Ratschläge zur Aufnahme

    - empfehlenswerte Motive

    - Webseiten zum Thema

    Habe ich noch etwas vergessen? Ganz bestimmt.

    Ich fange dann auch gleich mal an.

    Vor Jahren habe ich es mal digital versucht und so schlecht waren die Ergebnisse mit der Fuji auch nicht, allerdings denke ich, dass das Aufnahmeformat dafür zu klein ist.

    Sehr angesprochen haben mich die Arbeiten von Volkmar Herre, selbst besitze ich z.B. eines seiner Bücher: "Alles ist Licht"

    Hier seine Website bzw. gleich der Link zu ein paar Bildern:

    Edition herre | Meer der Stille

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, er arbeitet mit einer umgebauten großformatigen Plattenkamera.

    Ich überlege nun, erst einmal mit 6x6 zu beginnen (und hoffe, dass mir dieses Format vielleicht auch dauerhaft reichen wird). Nach Recherchen im Netz zu verschiedenen Herstellern, Eigen- und Umbauten denke ich, dass die realitysosubtle in 6x6 ganz passend für mich sein könnte:

    RealitySosubtle 6×6


    Hier gleich die erste Frage:

    Welche der beiden Versionen nehmen?

    Mit zwei Löchern oder mit Filterhalter?


    Ich denke, als Film könnte man den Rollei RPX 25 ausprobieren?


    Ich freue mich auf hoffentlich rege Beteiligung.

    Viele Grüße

    Stefan

  • Hallo, ich hatte mich auch eine Zeit lang mit dem Thema beschäftigt. Ich bin für mich dann jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass, wenn man die Lochkamera vorbildlich mit großem Format und mit wissenschaftlich berechnetem und gelasertem Loch anfertigt man am Ende nur Bilder wie in Seife gebadet bekommt. Langweilig.

    Im Moment plane ich daher eine flache Kleinbildkamera mit einem eher grob gestochenen Loch anzufertigen. Kleinbild deswegen, weil ich Filmkorn möchte (auch weil es Schärfe über das Bild "legt") und flach, damit ich bei einer "Brennweite" von ca. 35 mm lande, also leichtes Weitwinkel. Ich finde solch eher düsteren, schroffen Lochkamera Bilder wie hier aus einer Streichholzschachtel interessanter als diese sauberen aber eben langweiligen aus diesen ganzen Holzkameras, die man kaufen kann. Bereits das 6x6-Format wäre mir hierfür schon zu groß.

  • Moin Stefan,

    warum willst du keine bereits vorhandene Kamera benutzen?

    Hm

    Was für eine denn? Aus meinen Rolleiflexen baue ich sicher nicht das Objektiv aus und ansonsten nur KB vorhanden, die auch nach und nach weggeben werde. Der Aufwand, da etwas gebrauchtes zu kaufen und dann umzubauen (oder umbauen zu lassen) erscheint mir ungleich größer und die Kosten höher.

  • Hallo, ich hatte mich auch eine Zeit lang mit dem Thema beschäftigt. Ich bin für mich dann jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass, wenn man die Lochkamera vorbildlich mit großem Format und mit wissenschaftlich berechnetem und gelasertem Loch anfertigt man am Ende nur Bilder wie in Seife gebadet bekommt. Langweilig.

    Im Moment plane ich daher eine flache Kleinbildkamera mit einem eher grob gestochenen Loch anzufertigen. Kleinbild deswegen, weil ich Filmkorn möchte (auch weil es Schärfe über das Bild "legt") und flach, damit ich bei einer "Brennweite" von ca. 35 mm lande, also leichtes Weitwinkel. Ich finde solch eher düsteren, schroffen Lochkamera Bilder wie hier aus einer Streichholzschachtel interessanter als diese sauberen aber eben langweiligen aus diesen ganzen Holzkameras, die man kaufen kann. Bereits das 6x6-Format wäre mir hierfür schon zu groß.

    Thomas Spärber:

    Danke Dir für die Anregung. Welche Ergebnisse ich Recht faszinierend empfinde, hatte ich ja schon geschrieben (Volkmar Herre).

    Aber sicher ist es auch der Reiz des einfachen bzw. unperfekten.

    Die Basteleien aus Chipsdosen oder Streichholzschachteln empfinde ich auch als interessant, das ist aber nix für mich.

  • Sorry,

    ich hatte angenommen, daß du auch ein Sammlertyp bist der über einen entsprechenden Fundus verfügt.

    Ich hatte mir mal für meine Nikon's von hier https://skinkpinhole.com/wp/ ein Objektiv mit entsprechenden Blenden gekauft, bislang allerdings nur digital verwendet.

    Ja Erhard, das Sammlergen habe ich auch, aber ich konnte dies mein ganzes Leben lang bisher beruflich ausleben (Museumssammlung). Dennoch muss ich mich öfter bremsen und versuche gerade, mich in vielen Bereichen "zu erleichtern". Nur bei Kästchen oder Leichter aus dem Biedermeier kann ich schlecht nein sagen.

    Bei Kameras und Objektiven bin ich aber dabei, nach und nach das meiste zu verkaufen oder zu vertauschen.

    Bei dem genannten Anbieter hatte ich auch das Loch plus irgendwelche Einsätze gekauft. Wie gesagt, haben mich die digitalen Ergebnisse nicht so recht überzeugt.

    Ich meine auch, in einer Diskussion hier hätten ein oder zwei Nutzer erwähnt, dass sie Kameras von realitysosubtle nutzen, ich finde diese nur nicht wieder.

  • die realitysosubtle in 6x6 ganz passend für mich sein könnte:

    RealitySosubtle 6×6

    Hier gleich die erste Frage:


    Welche der beiden Versionen nehmen?

    Mit zwei Löchern oder mit Filterhalter?

    Nimm die mit Filterhalter. Zwei Löcher braucht es wenn nur bei Panoramaformat (6x12 und breiter), damit man entweder Vordergrund oder Himmel Dominanz geben kann bei gleichzeitig lotrechter Kamera. Bei einer 6x6 kommt diese Möglichkeit eher nicht zur Anwendung und da man kann eben Filter verwenden.

    Der Aufwand, da etwas gebrauchtes zu kaufen und dann umzubauen (oder umbauen zu lassen) erscheint mir ungleich größer und die Kosten höher.

    Na, ein Gehäuse ohne Objektiv wird sich doch auftreiben lassen ...

    Oder eben eine Blechdose, Loch rein und erstmal mit der Pinholetechnk an sich auseinander setzen. Oder eine Pappschschtel? Die Hauptsache es ist lichtdicht ... Vielleicht Solargraphie?

    Noch zur Formatfrage: Je größer das Aufnahmeformat, desto ausgeprägter der Schärfeeindruck. Auch da lohnt experimentieren! Ich selbst setzte zB nur noch selten Köeinbild ein und konzentriere mich eher auf Mittelformat. Großformat geht auch, ist mir aber im Handling zu unentspannt mit Planfilmkassetten und so.

    A camera a day keeps the doctor away ... 🤣

  • Nimm die mit Filterhalter. Zwei Löcher braucht es wenn nur bei Panoramaformat (6x12 und breiter), damit man entweder Vordergrund oder Himmel Dominanz geben kann bei gleichzeitig lotrechter Kamera. Bei einer 6x6 kommt diese Möglichkeit eher nicht zur Anwendung und da man kann eben Filter verwenden.

    Na, ein Gehäuse ohne Objektiv wird sich doch auftreiben lassen ...

    Oder eben eine Blechdose, Loch rein und erstmal mit der Pinholetechnk an sich auseinander setzen. Oder eine Pappschschtel? Die Hauptsache es ist lichtdicht ... Vielleicht Solargraphie?

    Noch zur Formatfrage: Je größer das Aufnahmeformat, desto ausgeprägter der Schärfeeindruck. Auch da lohnt experimentieren! Ich selbst setzte zB nur noch selten Köeinbild ein und konzentriere mich eher auf Mittelformat. Großformat geht auch, ist mir aber im Handling zu unentspannt mit Planfilmkassetten und so.

    Danke Sebastian.

    Das hilft mir weiter. So werde ich mir die in 6x6 mit Filterhalter zum Geburtstag wünschen und danach gleich an der dänischen Ostsee ausprobieren.

    Dann fragt sich als nächstes, welcher Film gut geeignet sein könnte.

  • Moin Stefan,
    ich bin gespannt Das kann ein interessanter Thread werden. Zurück zu den Wurzeln der Photographie.
    MfG.
    N.

    Kameras sind Spielzeuge. Ab und zu knipse ich auch damit.

  • Du weisst aber Stefan, dass bei der recht kurzen Brennwweite der Lichtabfall zum Rand schon erheblich ist.

    Ich habe mir deshalb die RSS 6x9 ausgesucht, aber das ist Geschmackssache.

    Als Film würde ich eher zur 400er Klasse evtl. auch Foma100/200 oder FP4 tendieren.

    Die Belichtungszeiten können je nach Licht recht lange werden und Herr Schwarzschuild spielt dann auch mit.

    Jedenfalls macht es mit den kleinen RSS-Dingern viel Spaß, auch wenn bei größerem Format die Ergebnisse einfach besser sind.

  • Fomapan 100 kippt meiner Meinung nach sehr schnell bei wenig Licht in sehr lange Zeiten, zumindest mit der App Pinhole Assist. Für mich war das dann immer eher ein Hindernis, als Spass. Weiss nicht, ob das allgemein das Verhalten oder Reciprocity failure von Foma 100 ist, oder nur der App geschuldet.

    Daher fand ich Foma 100 nur für helles Licht bei Pinhole geeignet.

    Kennt das noch jemand?

    Ich nutze die Holga 120 WPC und RSS 6x6

    Viele Grüße

    Philipp :thumbup:

  • Und gerade die langen Zeiten, zu denen man mit einem Film mit um ISO 100 kommt, machen für mich den Reiz aus. Ja, da stehe ich dann auch schon mal 15 Minuten im Wald und werde gefragt, ob ich Spaziergänger blitze 🤣 Bei den üblichen Verschlüssen einer Pinhole Kamera finde ich es schwierig, kurze Zeiten um eine Sekunde zu realisieren.

    A camera a day keeps the doctor away ... 🤣

  • ich beschäftige mich seit ca. 15 Jahren mit Pinhole. Die ersten Aufnahmen mit der Nikon D3 und einem gekauften Pinhole cap. Digital ist auch eine gute Option, Bilder zu stitchen. Das habe ich damals auch gemacht und bekomme eine recht gute Auflösung duch den effektiv größeren Sensor.

    Vor ein paar Jahren habe ich dann auch analog angefangen. Die erste war die Zero 612 (mit Filtergewinde!), dann kam die Zero45 75B dazu. Die hat 3 "Brennweiten" (ich nenne ich hier mal so, ist natürlich keine Brennweite), 25mm, 50mm und 75mm. Die 25mm kann man vergessen, die Vignettierung ist viel zu stark und für mich unbrauchbar. Kann man sich ja mal ausrechnen oder auch nur vorstellen, im Zentrum 25mm zum Film und bei 4x5" an den Rändern ein Vielfaches davon.

    Bei der Zero612 mit ca. 45mm Brennweite ist es nicht viel anders. Die benutze ich auch nur noch als 6x9.

    Zuletzt kam dann die RRS 6x17 dazu. Durch die runde Filmauflage gibt es keine Vignettierung, dafür aber dann die typischen runden Verzeichnungen bei Architektur.

    Es gibt noch viele Anbieter, z.B. Holg und ONDU und natürlich die Blechdosen und ....

    Ich habe verschiedene Filme benutzt, S/W und Farbe.

    Bei Interesse findet ihr die Bilder in flickr, ein Album mit digitalen Bildern und dieses mit analogen Bildern.

    Die Belichtung messe ich seit einiger Zeit mit einer Handy App, bei der kann ich sogar die f/200 einstellen und muss nicht mehr umrechnen, dann kommt meistens ein dicker Daumen für den Schwarzschild Effekt dazu.

    Wenn es erwünscht ist zeige ich hier gerne Beispiele

    VG Dierk

    Hier die Zero45, um Filter zu benutzen (ich mache auch IR damit) habe ich innen einen Filterring eingeklebt.

    img2020_08_09_114052.jpg