• Tag allerseits,

    zum Thema Belichtungsmessung:

    Ich benutze trotz des vielfach eingebauten Belichtungsmessers in meinen Kameras sehr häufig einen Handbelichtungsmesser.

    Meist wenn die Zeit es zuläßt.

    Dazu nehme ich einen Gossen Lunasix F. Der mißt das reflektierte Licht in einem Winkel von 30 Grad oder das einfallende Licht.

    Sehr häufig messe ich beides UND richte den Beli zusätzlich gegen den (blauen) Himmel, um dort das reflektierte Licht zu messen.

    Häufig entscheide ich mich für dieses Ergebnis.

    Wie macht ihr das?

    Was haltet ihr von der "Himmelmessung"?

    Gruß,

    Thomas

  • Hallo, ich gehe in die schattigste Stelle meines Motivs und halte den Belichtungsmesser mit Kalotte in Richtung Kamera, wenn das Licht sehr steil von der Seite kommt, dann in Richtung zwischen Kamera und Lichtquelle. Dadurch erhalte ich immer durchgezeichnette Schatten und dank großem Belichtungsumfang der Negativfilme auch noch die Lichterzeichnung. Diese Messmethode funktioniert fasst immer.

  • Wenn der Aufnahmestandpunkt gleich wie das Motiv beleuchtet ist, halte ich den Belichtungsmesser mit Kalotte einfach nach hinten, funktioniert eigentlich immer. Wenn ich im Schatten stehe, muss ich mich natürlich zur Messung in die Sonne bewegen.

    “I photograph to see what the world looks like in photographs.”

    Gary Winogrand

  • Zitat

    Was haltet ihr von der "Himmelmessung"?

    Ich weiß nicht so recht ...?

    Einen Hand-BeLi habe ich (schon aus psychologischen Gründen) immer dabei.

    Außerdem präferiere ich die Lichtmessung und meine neueste Kamera ist aus dem Jahr 1985 (und nicht aus dem Premiumsegment).

    VG Dieter

  • Der Lunasix F ist in jeder Hinsicht mein Lieblings-Beli. Leider ist er recht groß. Wenn ich KB mache, nutze ich eigentlich immer den kamerainternen Belichtungsmesser und lasse ihn zu Hause. Das muss reichen.

    Nur bei MF muss der Lunasix ran. Und macht mir Freude.

    Aus dem Digitalalter bin ich raus.

  • Wozu der Aufwand wenn die Kameras einen (funktionierenden?) Belichtungsmesser haben? Noch dazu bei Negativmaterial - selbst bei Dia habe ich noch nie einen externen Belichtungsmesser benutzt.

    Abgesehen davon wäre aber mal die Frage interessant, wie denn ein Belichtungsmesser (extern oder in der Kamera) überhaupt funktioniert? Wird davon ausgegangen, dass die gemessene Fläche sowohl tiefes Schwarz als auch Weiß enthält und nach vorgegebenem Berechnungsmuster ein Durchschnittsgrau (15%?) angenommen, nach dem sich die Belichtungszeit richtet?

  • Nur ein Beispiel: Ist u a. schon dann sinnvoll, wenn man den Lichtkontrast (mehrere Lichtquellen oder auch nur Hauptlicht+Aufhellung) messen und vielleicht auch über mehrere Bilder konsistent halten will. Das ist aber andererseits nichts, was der Hobbyamateur sehr häufig braucht.

    Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)

  • > Wird davon ausgegangen, dass die gemessene Fläche sowohl tiefes Schwarz als auch Weiß enthält und nach vorgegebenem Berechnungsmuster ein Durchschnittsgrau (15%?) angenommen, nach dem sich die Belichtungszeit richtet?

    Ein normaler Beli integriert immer. Er wird nicht Extremwerte von Mischgrau unterscheiden.

    Wenn man dies benötigt, dann muss man einen Spotbeli einsetzen. Der integriert auch, aber man kann kleine Motivteile einzeln anmessen.

  • Die "Himmelsmessung" verstehe ich nicht. In welcher Beziehung steht denn der Meßwert zum Motiv?

    In gar keiner – es sei denn, der Himmel selbst wäre das Motiv. Einen klitzblauen Himmel im Tonwert mittleren Graus darzustellen, ist schließlich nicht unvernünftig. Doch wenn der Himmel blaßblau oder hellgrau oder voller strahlend weißer Wolken wäre, dann führte so eine "Himmelsmessung" natürlich zu einer Unterbelichtung.

    Ich gehe in die schattigste Stelle meines Motivs und halte den Belichtungsmesser mit Kalotte in Richtung Kamera, [oder] wenn das Licht sehr steil von der Seite kommt, dann in Richtung zwischen Kamera und Lichtquelle. Dadurch erhalte ich immer durchgezeichnete Schatten und dank großen Belichtungsumfanges der Negativfilme auch noch die Lichterzeichnung. Diese Meßmethode funktioniert fast immer.

    Erstaunlich. Aber gut, wenn's deine Lichter aushalten ... denn mit dieser Methode produzierst du systematisch eine Überbelichtung um mindestens zwei, eher drei bis vier Blendenstufen. Mit Farbdiafilm würde das so nicht funktionieren ...

  • Hallo, ich gehe in die schattigste Stelle meines Motivs und halte den Belichtungsmesser mit Kalotte in Richtung Kamera, wenn das Licht sehr steil von der Seite kommt, dann in Richtung zwischen Kamera und Lichtquelle. Dadurch erhalte ich immer durchgezeichnette Schatten und dank großem Belichtungsumfang der Negativfilme auch noch die Lichterzeichnung. Diese Messmethode funktioniert fasst immer.

    ... ich mache das auch immer so. Und ich vermeide dabei, dass die Sonne direkt auf die Kalotte fällt, zur Not schatte ich die Kalotte etwas mit der Hand ab. Ich nutze Farbnegativfilm und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. :thumbup: Schön durchgezeichnete Schatten... mir gefällt das sehr.

  • Nun ja, ein Farbnegativfilm ist sehr, sehr tolerant bei Überbelichtung. Hier reicht es fast schon, die Belichtung zu schätzen und etwas Angst hinzuzurechnen. Oder mit einem einfachen Selenzeller eine schnelle Objektmessung zu machen.

    Anders sieht das bei niedrigempfindlichem Schwarzweißfilm wie Pan F oder Adox HR-50 aus. Die müssen exakt belichtet werden, sonst brennen die Lichter aus oder die Schatten sind leer.

    Noch mehr gilt das für Diafilm. Da reicht eine halbe Blende Überbelichtung, und es wird unschön.

    Natürlich ist die Toleranz auch vom Objektivkontrast abhängig. Bei hartem Sonnenlicht ist es deutlich kritischer als bei bedecktem Himmel.

    Aus dem Digitalalter bin ich raus.

  • Die meisten Anleitungen sprechen von Lichtmessung oder Objektmessung und so verstehe ich das auch beim Lunasix.

    Die Objektmessung misst das Motiv so wie es aktuell beleuchtet ist, also reflektiertes Licht. Bei einem Messwinkel von 30grad müsste das ungefähr einer leicht mitten betonten Kameramessung mit einem 50er Objektiv (45grad?) entsprechen.

    Die Kamera kann nur Objektmessung allerdings vielfach verfeinert durch Matrixmessung u.ä.

    Probleme gibts bei Gegenlicht, Schnee o.ä.

    Die Lichtmessung misst das Licht, genauer gesagt die Beleuchtung des Motivs. Deshalb wird mit der Kalotte vom Motiv aus in Richtung der Kamera gemessen. Durch die Kalotte wird das Messergebnis sehr stark abgesenkt, weil ja nicht die Sonne richtig belichtet werden soll, sondern das von ihr beleuchtete Motiv.

    Bei dieser Messung vermeidet man die Probleme bei Gegenlicht oder Schnee.

    "Himmelsmessung" wäre sowas wie Lichtmessung ohne Einbeziehung des Kamerastandpunkts ..?.. Ich nehme an, mit Kalotte?

    Der Sinn ist mir jetzt nicht klar ...

    Für den Lunasix gibts einen Tele-Vorsatz, der kann bei Objekmessung sehr hilfreich sein, Messwinkel 15 und 7,5 grad, mit kleinem "Sucher" zum anvisieren.

    Noch besser ist ein echter Spotmesser.

  • Auf den tiefblauen Himmel (keinen hellblauen, hellgrauen o.ä.) kann man notfalls eine Ersatzmessung machen wie auf den Straßenbelag, weil das in etwa dem neutralen Grau entspricht.

    Wie gesagt, tiefblauer Himmel, keine weißen Wolken und keine Sonne mitmessen!

    Gruß

    Stephan

  • Vielen Dank für die vielen engagierten Kommetare!

    Zum kontroversen, (von mir absichtlich so positionierten) Thema "Himmelsmessung":

    Häufig liefert mir mir die Lichtmessung bei SEHR KONTRASTREICHEN Motiven eine leichte Überbelichtung.

    Die Reflexmessung liegt bei diesen kontrastreichen Motiven häufig zu knapp.

    Nur in diesen Situationen liefert mir die "Himmelmessung" als Reflexmessung ohne Kalotte des BLAUEN Himmels dann den richtigen Kompromiß.

    Anlaß zu der Erkenntnis mit der Himmelmessung was das folgende, diffizil zu belichtende Gegenlichtfoto:

    Segelboot 1.jpg

    Andere Leute werden das auf ihre Weise, mit dem Spotbelichtungsmesser, oder dem kameraeigenen Belichtungsmesser ebenso, oder hoffentlich noch besser hinbekommen.

    Gruß,

    Thomas