Infrarotfilm.... unschärfen

  • Liebe Leute,

    Frohe Feiertage euch!

    Ich bin neu bei der IR Fotografie und habe gerade erneut schlechte Resultate vom Labor zurückbekommen.

    Alle Bilder sind unscharf, trotz Focus shift, also selbst die Stellen auf denen die Schärfe liegen sollte, sind unscharf. Hoffe der Satz macht sinn, also die Verschiebung der Schärfeebene habe ich schon mit eingerechnet.

    Die Bilder sind mit der Mamiya 330, einem Hoya R72 und dem Rollei IR Film enstanden.

    Blende war bei f8 und Belichtungszeit bei 125, also verwackelt kanns auch nich sein..

    Ich wäre euch sehr Dankbar über feedback oder Ideen, es treibt mich in den Wahnsinn!

    Hier ein paar Bildproben:


    Danke im Vorraus

    LG Max

  • Das sieht für mein Auge schon verwackelt aus. Auch ist die Unschärfe nicht konstant was für eine Verwackelung spricht. Vielleicht hat der Verschluss einen Weg. Hast du den mal "trocken" gegen eine Lichtquelle ausgelöst? Da sieht man recht schnell ob die Verschlusszeiten von der Größenordnung her hinkommen. Einfach mal alle Zeiten durchprobieren angefangen bei der Sekunde. "Kennst" du das Objektiv+ Verschluss mit anderem Film; "kann" die Kombi prinzipiell scharf? Vielleicht auch sowas wie 1/25 eingestellt anstelle von 1/125 und das nicht gemerkt? Oder ist da schon 1/30 aufgedruckt bei den Optiken?

  • Hallo Max,

    Bei IR Fotografie wirst Du grundsätzlich nicht die extreme Schärfe erwarten können. Mit welcher Brennweite hast Du fotografiert? Focusshift macht nur bei längeren Brennweiten Sinn und wirklich sichtbar wird er nur bei großen Blenden. Haben Deine Objektive einen IR Index? Oder hast Du den Shift nach einer Regel frei vorgenommen?

    Das Bild mit dem Geäst ist nach meinem Dafürhalten scharf, aber die Schärfentiefe eben gering. Die anderen Bilder sind einfach unscharf, vorallem die Gebirgsszenerie, womöglich liegt es am falschen/unnötigen Focusshift und der zu großen Blende f8.

    Meine spontanen Tipps und Einschätzungen:

    1. Stärker abblenden! Mindestens f16 oder gleich f22.

    2. Focusshift erstmal weglassen und normal fokussieren.

    Und dann brauchst Du vor allem das richtige Licht, die richtige Lichtrichtung (Auflicht, Seitenlinie, Gegenlicht ist bei Infrarot sehr schwierig!) und die richtigen Motive/Jahreszeit, damit es Spaß macht.

    Ich hoffe, das hilft mal weiter...

  • Merkwürdig finde ich bei deiner Aufnahmereihe, daß das letzte Bild im Vergleich zu den anderen einen größeren Schärfebereich aufweist.

    Ich tippe schon auf eine Unschärfe durch Verwackelung oder falsche Fokussierung.

    Abgesehen davon ist der Winter nicht gerade die beste Jahreszeit für einen Infrarotfilm.

  • Hallo Max

    Im Infrarotbereich bin ich zwar ebenfalls noch ein Anfänger, aber ich kann gerne mal versuchen, dir weiterzuhelfen.

    Ich verwende in meiner Rolleiflex 3.5 B ab und zu den Rollei Infrared ISO 400 Film. Als Filter kommen sowohl ein Original Rolleiflex Infrarotfilter fürs Bajonett 1 sowie ein Hoya R72 (angesetzt mittels Adapter) zum Einsatz. Der Original Rolleiflex Filter soll die Fokussierung über eine integrierte Linse anscheinend ausgleichen. Obwohl ich beim Hoya-Filter die Fokussierung nicht korrigiere, sind in der Regel alle meine so erstellten Infrarot-Aufnahmen scharf. Ich verwende bei Infrarotfotografie aber stets ein Stativ.

    Einleitend habe ich folgende Fragen:

    Sind die abgebildeten Fotos mit oder ohne Stativ aufgenommen worden?

    Handelt es sich beim Bild 1 um einen Ausschnitt aus Bild 2?

    Handelt es sich beim Bild 4 um einen Ausschnitt aus Bild 5?

    Gruss (helvetisch - ohne Eszett ;) )

    Michael

  • Die Bilder sehen etwas komisch aus. Ok Winter und IR.

    Mach das mit ner Leica M (eigentlich egal) und Weitwinkeloptiken. (Und Filter mit 715/720nm) Die haben ne Markierung für IR . Also die gemessene Entfernung korrigiert und so möglich, Blende 8 oder mehr. Hauptsache die IR Marke liegt im Schärfenbereich.

    Mit Meßsucher oder zweiäugig kann man "freihand" fotografieren.

    IR und die Mamiya 645 ist Stativeinsatz :) Oder die Nikon im Kleinbild.....

    Was motivmäßig hilft ist ein blauer Himmel oder eine mittelprächtige Fernsicht. Da glänzt der IR Film....

    Jedoch sollte die Kamera/Optik Kombi mit "als Beispiel" mit nem FP4+ problemlos gute Bilder machen, sonst wird es mit IR eher nix.

    Gruß Dieter

  • Hallo, man kann einen Infrarotfilm mittendrin ohne Filter doch auch als ganz normalen Film nutzen bzw. "reguläre" Bilder machen. Damit kann man ja schon ermitteln, ob es am Infrarotthema liegt. Die anderen Aufnahmen mit Filter würde ich, wie von den Kollegen schon vorgeschlagen, sicherheitshalber stärker abgeblendet bzw. sauber mit Stativ aufnehmen.

  • Das sieht für mein Auge schon verwackelt aus. Auch ist die Unschärfe nicht konstant was für eine Verwackelung spricht. Vielleicht hat der Verschluss einen Weg. Hast du den mal "trocken" gegen eine Lichtquelle ausgelöst? Da sieht man recht schnell ob die Verschlusszeiten von der Größenordnung her hinkommen. Einfach mal alle Zeiten durchprobieren angefangen bei der Sekunde. "Kennst" du das Objektiv+ Verschluss mit anderem Film; "kann" die Kombi prinzipiell scharf? Vielleicht auch sowas wie 1/25 eingestellt anstelle von 1/125 und das nicht gemerkt? Oder ist da schon 1/30 aufgedruckt bei den Optiken?

    Hi Lukas,

    guter feedback. Ich werde jetzt nochmal tests trocken ausgelöstachen. Die Verschlusszeit war definitv korrekt. Könnte aber gut sein dass der Verschluss einen weg hat, ich habe die Kamera erst eid kurzem, und noch keineanderen Filme verschossen. Vielen Dank dir!

  • Hi Michael,

    danke für dein Feedback. Schonmal gut zu hören dass es geht ( wenn nichts mehr schief geht...).Zu deinen Fragen: Ja mit Stativ (aber mit finger abgedrückt), und ja die Beiden sind Auschnitte. Liebe Grüße!

  • Merkwürdig finde ich bei deiner Aufnahmereihe, daß das letzte Bild im Vergleich zu den anderen einen größeren Schärfebereich aufweist.

    Ich tippe schon auf eine Unschärfe durch Verwackelung oder falsche Fokussierung.

    Abgesehen davon ist der Winter nicht gerade die beste Jahreszeit für einen Infrarotfilm.

    Ja das ist es was mich durcheinander bringt!

  • Danke Oskar, hammer gutes feedback/info. Werde ich so probieren. Was die unschärfe angeht, in der Tiff datei sieht mann die Schärfeebene ( und den verlauf davor und dahinter), nur die ist eben unscharf.

  • Danke Oskar, hammer gutes feedback/info. Werde ich so probieren. Was die unschärfe angeht, in der Tiff datei sieht mann die Schärfeebene ( und den verlauf davor und dahinter), nur die ist eben unscharf

    Gern geschehen! Mit welcher Brennweite hast Du denn nun fotografiert?

    Der Korrekturfaktor/Index auf vielen älteren Objektiven stammt aus einer Zeit, als der selige Kodak HIR "Der" Infrarotfilm war. Dessen IR Empfindlichkeit ging da erst so richtig los, wo die heutigen Infrarotfilme schon schlapp machen (die ja eher "nur" Superpanchromatisch sind). Mit den heute verfügbaren Filmen kann man streng genommen nur Tiefrotbilder oder Nahinfrarotbilder machen. Das ist aber nicht so schlimm, denn in der abbildenden Infrarotfotografie geht es meist um das:

    Woodeffekt, Mondscheineffekt, tiefe/schwarze Schatten und dunkles Wasser. Unter guten Bedingungen ist das alles mit den heutigen Filmen gut möglich. In der früheren filmbasierten wissenschaftlichen Fotografie war es vielleicht manchmal wichtig, Aufnahmen mit 750, 850, oder 1000nm gefiltert vergleichen zu können und die möglichst scharf zu haben, vielleicht auch mit größeren Blenden. Da war der IR Index wohl hilfreich. Und man müsste wissen, für welche Wellenlänge der Index bei den einzelnen Objektiven angegeben ist. Denn es gibt da ja keinen fixen Kipppunkt, sondern nur eine schleichende Verschiebung.

    Daher: Insbesondere bei Normalbrennweiten oder Weitwinkel nach normaler Sicht scharf stellen und kräftig abblenden! Die "Förderliche Blende" bei IR ist eher klein!