Starthilfe SW-Entwicklung: Welche Hardware?

  • Guten Morgen.

    Als Neueinsteiger in die analoge Welt weiß ich mittlerweile zwar schon ein wenig über den theoretischen Ablauf und welche Hardware ich benötige, aber ich weiß natürlich nicht was wirklich sinnvoll ist und was nicht. Wie immer gibt es auch genug "Schrott" da draußen am Markt.

    Momentan habe ich mal nur vor SW in 135 und 120 selbst zu entwickeln aber ohne auszuarbeiten. Werde auch nicht das riesige Filmvolumen haben, also wird mir wohl auch ein kleiner Entwicklungstank reichen.

    Es gäbe da so ein Startertset (JOBO Labkit M, keine Ahnung ob ich hier den Link zum Shop posten darf).

    Da gingen 2x135er bzw 2x120er rein.

    Oder gibt es bessere/praktikablere Entwicklungstanks?

    Gibts eigentlich irgendwo sowas wie eine Matrix mit den diversen Filmen und Entwicklern, was kompatibel ist und was nicht?

    ciao

    Alex

  • Hallo Alexander,

    du brauchst für deine genannten Zwecke eine Entwicklungsdose (gebraucht kaufen!, kostet da fast nix) mit einer Spirale für 135/120 , einen Wechselsack (wenn du nicht einen völlig dunklen Ruam zur Verfügung hast), eine Küchenmensur zum Abmessen der Chemie, ein Thermometer (zB digitales Bratenthermometer), Entwickler, eventl. Stoppbad, Fixierer, Flaschen.

    Also locker unter 100 € kannst du das alles (auch neu) besorgen.

    Ich glaub ich hab nix vergessen, jedenfalls viel Spass damit :)

    Ergänzung: Als Entwickler würde ich dir einen Einmalentwickler empfehlen, z.B. den Jobo Alpha, der geht mit fast allen Filmen und ist sehr gut.

  • Hallo Alex,

    verstehe ich dich richtig: Du möchtest deine Filme selber entwickeln, aber keine Abzüge machen?

    Das dafür nötige Material würde ich empfehlen, überwiegend gebraucht zu kaufen. Neue Entwicklungsdosen sind übermäßig teuer und oft nicht dicht. Eine gebrauchte Jobo 1000 wie z.B. die hier Ebay-Link erfüllt voll ihren Zweck. Damit kannst du 2 135er oder 1 120er Film entwickeln. Vielleicht findest du ein besseres Angebot mit den neuen Spiralen mit Duo-Clip, da passen dann 2 120er hintereinander in eine Spirale.

    Zum Einstieg würde ich mit genau einem günstigen Film und einem Entwickler beginnen. Z.B. Kentmere 100 und Adox FX-39 II ist eine sehr gutmütige Kombination, dabei kannst du den Kentmere 100 auch auf ISO 200 belichten und etwas länger entwickeln.

    Aus dem Digitalalter bin ich raus.

  • Danke Euch.

    Einen komplett dunklen Raum hätte ich.

    Alle Komponenten die hier verwendet werden, eignen sich nachher natürlich nicht mehr für den Lebensmittelbereich nehme ich mal stark an. Oder ist das Zeug schon alles in Bioqualität und Lebensmittelecht ^^

    Brauche ich zum Jobo Alpha dann noch was dazu? oder wird da nur gespült? Die Chemie wird natürlich gesammelt, aber muss man das getrennt sammeln, oder alles zusammen in einen großen Kanister? Kann man Teile davon auch in den Abfluss?

    Aktuell will ich noch keine Abzüge machen, sondern mal "lernen" dass auch ein brauchbares Negativ raus kommt. Bin Platzmäßig leider recht eingeschränkt.

    Würde bei Bedarf die Negative zum Entwickeln bringen.

    Die App werde ich mir ansehen. Wenn das nur paar Euro sind, dann ist das ja in Ordnung. Es muss nicht immer alles Gratis sein im Leben.

  • Zwei kurze Anmerkungen noch zum Equipment: Mach dir auf jeden Fall vorher Gedanken, wo du den Film nach dem Entwickeln aufhängen willst. Falls du keine hohen Wäscheleinen und Wäscheklammern hast, solltest du vorher irgendwo eine Leine spannen und eventuell in Filmklammern investieren. Unten sollte der Film auf jeden Fall beschwert werden, damit er sich nicht rollt. Wenn du außerdem merkst, dass du im Dunkelsack Probleme hast, den Film ordentlich anzuschneiden und in die Spule zu bekommen, kann auch ein Filmrückholer Sinn ergeben.

  • Welche Höhe bräuchte ich da? Ich kann im Bad jedenfalls meinen Tauchanzug aufhängen, also sollten sich die Filme vermutlich auch ausgehen.

    Meine Bleigewichte werden aber sicherlich zu schwer sein. Was hängt man da normal an? Wenige hundert Gramm denke ich werden ja reichen.

  • Du brauchst auf jeden Fall natürlich noch Stoppbad, Fixierbad sowie die zugehörigen Aufbewahrungsflaschen. Der Einmalentwickler kann nach Benutzung in den Ausguss. Stopp- und Fixierbad wird für mehrere Filme verwendet (ca. 10). Stoppbad kann in den Ausguss, Fixierbad muss zur Sammelstelle, z.B. Schadstoffmobil. Danach wird der Film gewässert.

    An Chemie brauchst du:

    Entwickler (z.B. Jobo Alpha, Adox FX-39)

    Stoppbad (z.B. Adostop Eco)

    Fixierbad (z.B. Adox Adofix plus)

    Netzmittel (Adoflo). Das kommt ganz zum Schluss ins letzte Wasser, aber nur wenige Tropfen.

    Hardware:

    Messbecher

    Messzylinder 100 ml

    Thermometer

    Echtes Fensterleder zum Abstreifen (darüber gehen die Meinungen auseinander)

    Filmklammern zum Aufhängen

    Flaschen zur Aufbewahrung der Arbeitslösungen von Stopp- und Fixierbad

    Aus dem Digitalalter bin ich raus.

  • Ich will ja hier keine Diskussion über die Notwendigkeit von Filmklammern entfachen, weil so teuer sind die vermutlich nicht, aber ich nehme einfach zwei starke, große Wäscheklammern zum Beschweren des Films unten und eine zum Aufhängen oben - und da rollt sich nichts ein :)

  • Hab gerade einen Filmanfang aus der Dose gezogen - nach diesem System :

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    klappt wunderbar.

    Zum Trocknen lege ich eine Stange über die Duschkabine, daran hängt der Film relativ Staubfrei zum trocknen.

    Viel Erfolg

  • Moin!

    Bei solchen Themen gehen die Meinungen und Erfahrungen oft auseinander…

    Ich würde nicht zu einer gebrauchten Jobo-Dose raten. Du weißt nicht, was da vorher alles schon drin entwickelt wurde und wie gut die Spiralen noch funktionieren. Gerade einem Einsteiger würde ich den Kauf der kleinen Paterson-Dose empfehlen für 2x135 / 1x120.

    Warum?

    - Weil die Einspulhilfe der Spiralen mit den kleinen Metallkügelchen, die den Film am Zurückrutschen hindern, sehr Anfängerfreundlich ist.

    - der „Agitationsdrehstab“ sehr hilfreich ist, wenn Du doch mal mit höheren Temperaturen im Wasserbad entwickeln möchtest.

    - der Deckel nicht suppt, wie manch alte Jobo Dose

    Die Paterson-Dose kostet neu um die 35€

    Ich würde Dir auch empfehlen, als Anfänger niemals zwei Filme gleichzeitig zu entwickeln. Immer schön nacheinander. Wenn etwas schief geht, hast Du immer nur einen Film versaut. Außerdem kannst Du bei der Entwicklung von mehreren Filmen nacheinander deine Entwicklung anpassen. Wenn der erste Film etwas zu flau aus der Dose kommt, lässt Du den nächsten 10-15% länger im Entwickler, usw.

    Das übt ungemein und hilft, die Zusammenhänge zu verstehen.

    Zum Trocknen sollte die Dusche ausreichend sein. Ein 36er Film ist ca. 1,6m lang.

    Was die Klammern angeht, sind einfache Holzwäscheklammern völlig ausreichend.

    Netzmittel und alle Arten von Abstreifern sind für den Anfänger eine große Fehlerquelle. Versuche erst mal, die allerletzte Wässerung mit destilliertem Wasser vorzunehmen und dann zu trocknen. Wenn’s funktioniert, bleib dabei, wenn nicht, befasse dich mit Netzmittel und Abstreifern.

    Die 2 oder 5 L Kanister des destillierten Wassers sind übrigens ideal, um darin alte Chemie zu sammeln, bevor sie zum Recycling-Hof gebracht wird.

    Was hier noch gar nicht erwähnt wurde:

    Farbiges Klebeband und ein Permanent-Marker.

    Du solltest alle Flaschen und Behälter gut beschriften. Wann Du die Chemie angesetzt hast, wieviele Filme Du damit schon entwickelt hast, und natürlich, um welche Chemie es sich handelt.

    Die farbige Kennzeichnung hilft Dir, nichts zu verwechseln. Z.B. Entwickler rot, Stop-Bad gelb, Fixierer grün.

    Viel Erfolg,

    Sebastian

  • Denke zum Eqipment ist alles gesagt ... für die Entwicklungszeiten nutzen ich die App "Massive Dev Chart"

    Auf die dort aufgeführten Zeiten kann man sich nicht unbedingt verlassen. Ich würde Anfängern die Ilford- Filme (FP4 und HP5) empfehlen und ID11 als Entwickler. Die in den Ilford Datenblätter aufgeführten Zeiten sind verläßlich.

    Hier erhältst du noch einige Informationen, die dir sicherlich weiterhelfen werden:

    Fotografie in Schwarz-Weiß

  • - Paterson-Dose und evtl. für Rollfilm eine AP-Spule dazu

    - Wäscheklammern

    - Mensuren z. B. die bunten von Netto im 1-Euro-Ständer

    Die AP-Spulen haben noch eine Einfädelhilfe, und ich hab die schon oft vermisst, weil ich im Dunkeln und nur mit Ertasten oft einfach daneben ziele, oder der Film wölbt sich weg oder so. Kann nerven, aber vielleicht hast du ja geschicktere Finger :) Also, ich habe geplant, mir einige zu besorgen, bin aber bisher auch mit den Paterson-Spulen immer irgendwie klar gekommen.

    Wäscheklammern - schau dir an, ob die wirklich fest zupacken. Viele stehen vorn 1 mm auseinander, gehen also nicht richtig zu, und oft sind die Federn nicht richtig stramm.

    Die Mensuren gibt es in rot, grün und blau, entweder 500 oder 1000 ml. Superpraktisch, ich hab beides, zusätzlich noch beschriftet, und getrennt für SW und Farbe.

    Wegen Lebensmittel, du fragtest wegen des Bratenthermometers? Willst du nur SW entwickeln, sollte alles auf Raumtemperatur sein und der Raum möglichst nicht unter 20 oder über 22 Grad. Das reicht eigentlich. Du kannst auch ein mechanisches Bratenthermometer nehmen, Adox bietet sowas auch an, das reicht dafür eigentlich.

    Der Tipp mit dem Beschriften ist gut, und Reihenfolge hilft auch, also alles fertig hinstellen. Notizzettel, wie viele Minuten, irgendeine Stoppuhr (die auf meinem Handy geht zwischendurch einfach aus, ist also nicht so toll, wenn man dann gerade nasse Hände hat...). Was fällt mir noch ein? Handy draußen lassen oder abdecken, wenn man den Film einspult, sonst springt das Display an und...

    Wo wohnst du? Wenn das hier in der Nähe ist, könnte ich dir einfach ein paar Sachen leihen und du probierst ein bisschen damit rum.

    Trichter! fällt mir noch ein, zum Zurückgießen, mindestens einer, den du dann zwischendurch ausspülst. Oder zwei, einer für Entwickler, einer für Stopp und Fixierer.

    Grüße

    Rolf