Fotos abfotografieren/reproduzieren?

  • Hallo zusammen,

    Ich möchte ein paar ältere Farbfotos auf Diafilm reproduzieren. Also analog von Farbe zu Farbe/Dia, und zwar vor allem Ausschnitte mit dem Macro (bis 1:1 oder sogar mehr).

    Vorversuche mit dem Handy haben natürlich auch funktioniert. Teilweise wurden hier aber "Mikrospiegelungen" von der Oberfläche der Vorlagen störend mit abgebildet, oder je nach Licht wurde der Kontrast auch mal übersteigert, so dass bei starker Vergrößerung die an sich zarten Farbwolken der Vorlage zu einem Gewirr aus Flecken wurden. Die Auflösung von einem Handy im Macromodus ist schon erstaunlich, aber ebenso die mancher alten analogen Farbbilder.

    Aber ich möchte ja ein Dia erhalten, daher folgende Fragen/ Überlegungen zu Eurer Einschätzung:

    Reproequipment habe ich keines. Ich würde die Vorlage an einer senkrechten Fläche befestigen und dann einfach mit dem Stativ rangehen.

    Aber welches Licht? Ich würde für möglichst neutrale Farbwiedergabe diffuses Tageslicht wählen. Zb nachmittags im Zimmer mit Ostfenster, gegenüber die weiße Hauswand der Nachbarn, Himmel vielleicht leicht bedeckt?

    Und die Spiegelungen/Mikrospiegelungen? Ich würde es mit einem Polfilter versuchen, oder spricht etwas dagegen?

    Danke schonmal vorab!

    Oskar

  • Das kannst du versuchen, leicht diffuses Licht kann funktionieren, auch die Idee mit dem Stativ und dem Polfilter. Es kommt auch auf deine Vorlagengrösse an. Möglicherweise musst du relativ nah mit dem Stativ an die Vorlage ran und hast dann den Schatten der Kamera auf dem Bild. Wenn du die Möglichkeit hast, eine digitale SLR zu nutzen, würde ich es damit prüfen, bevor du den doch Recht teuren Diafilm verknipst.

    Da ich ziemlich oft Reproduktionen mache, egal ob analog oder digital - die beste Herangehensweise ist die Verwendung eines Reproständers mit 2 Lichtquellen im Winkel von 45° zum Aufnahmeobjekt. Bei analogen Reproduktionen spielt natürlich noch die Farbtemperatur der Leuchten eine Rolle.

    Grüße uwe

    Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.

    Karl Kraus

    BILDER SCHAUEN?

  • Uwe und Uwe, danke für Eure Rückmeldungen!

    Bei Kunstlicht - egal welches - für Farbe ist halt meine Sorge, dass das dann hinterher ganz anders aussieht

    Uwe Pilz :

    Wie würdest Du bei der Beleuchtung mir dem Vergrößerer die Kamera platzieren? Sie müsste ja eigentlich genau in der Achse des Lichts senkrecht und genau planparallel über der Vorlage hängen, wenn keine Spiegelungen auftreten sollen? Und wie ist da Deine Einschätzung zur Farbtemperatur?

    Gruß Oskar

  • Polfilterfolien an der Repro-Beleuchtung können auch gegen Oberflächenreflexionen helfen. Gab es früher komplett mit Tageslichtlampen, die genau für diesen Zweck gedacht sind, also um als Kreuzlicht für Repro verwendet zu werden, u.a. von KAISER. Danach würde ich ggf. mal schauen.

    Ursprünglich hatten die ja Klimaanlagen entwickelt, was heute aber fast niemand mehr weiss.

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    Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)

  • Bei Kunstlicht - egal welches - für Farbe ist halt meine Sorge, dass das dann hinterher ganz anders aussieht

    Deine Sorge ist berechtigt. Du müsstest Leuchtmittel haben, die mit ihrer Lichtfarbe möglichst nah am Tageslicht sind, also irgendwo bei 5400-5600 K liegen. Hier nur einige Beispiele, wobei der Händler egal ist : Tageslichtlampen . Dann noch zwei verstellbare Klemmspots oder etwas ähnliches mit E27 Fassung auf 2 Stativen und du hast deine Reprobeleuchtung.

    Wenn's sehr kritisch ist, kann man noch die Farbtemperatur messen und mit entsprechenden Korrekturfiltern vor der Kamera fotografieren. Habe ich selber bis ca. 2010 noch gemacht, dann wurde auf diesem Gebiet bei mir Dia von digital abgelöst. Ging schneller, einfacher und kostengünstiger.

    Grüße uwe

    Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten.

    Karl Kraus

    BILDER SCHAUEN?

  • > Wie würdest Du bei der Beleuchtung mir dem Vergrößerer die Kamera platzieren? Sie müsste ja eigentlich genau in der Achse des Lichts senkrecht und genau planparallel über der Vorlage hängen, wenn keine Spiegelungen auftreten sollen? Und wie ist da Deine Einschätzung zur Farbtemperatur?


    Wenn man das Display ausklappen kann, dann kann man mit dem Vergrößererobjektiv in die Kamera projizieren. Die kann dan plan aufliegen, so dass es keine Verzeichnungen gibt.

    Moderen Fotoapparate kommen mit Kunstlicht gut zurecht, das ist ja auch in der bildmäßigen Fotografie recht verbreitet.

  • Im Vergrößerer beleuchten und von dort fotografieren. Objektiv muss raus aus dem Vergrößerer.


    Da gibt es keine Spiegelungen.

    Hallo Uwe, versteh´ ich nicht! Könntest du das erklären, oder vielleicht eine kleine Zeichnung einfügen?

    Ich reproduziere auch regelmäßig Fotos.

    Analog ist das, soviel ich weiß, früher ein eigener Ausbildungsberuf gewesen. Und das zu recht, denn es ist nicht ganz einfach. Ich habe ein Reprogestell und -beleuchtung für diese Zwecke. Aber das ist, wie erwähnt nicht alles, das "wie" ist ganz entscheidend. Für mich jedesmal eine fototechnische Herausforderung....

    Gruß,

    Thomas

  • Wenn man das Display ausklappen kann, dann kann man mit dem Vergrößererobjektiv in die Kamera projizieren. Die kann dan plan aufliegen, so dass es keine Verzeichnungen gibt.

    Moderen Fotoapparate kommen mit Kunstlicht gut zurecht, das ist ja auch in der bildmäßigen Fotografie recht verbreitet.

    Den Teil habe ich jetzt nicht mehr ganz verstanden.

    Mir geht's ja um analoges kopieren von Aufsichtvorlagen, also Abfotografieren von Fotos auf Diafilm. Deine Beschreibung klingt eher wie Negative oder Dias per Vergrößerer in eine Digitalkamera zu projizieren, wenn ich das so richtig verstanden habe?

  • > Hallo Uwe, versteh´ ich nicht! Könntest du das erklären, oder vielleicht eine kleine Zeichnung einfügen?

    Du legst den Fotoapparat sozusagen statt des Fotopapiers hin. Vergrößerer kommen meist bis 1:1 hinunter. Du kannst dann nicht in den Sucher schauen. Also entweder nach außen lenken mittels Bluetooth oder Kabel, oder das Display nach hinten klappen.

  • Hallo,

    ich habe früher ziemlich viele Photos abfotographiert. Meist waren es S/W-Photos auf Barytpapier und mit Hochglanz, gelegentlich auch Farbbilder. Wegen der möglichen Reflexionen von Kamera und Objektiv habe ich einen großen schwarzen Karton mittig mit einem passenden Lochkreis versehen. Gehalten an der Vorderseite des Objektivs hat der Karton weil zuletzt noch eine Sonnenblende angeschraubt wurde. Damit konnte ich unliebsame Reflexionen zuverlässig verhindern.

    Als Lichtquelle kamen zwei "Lichtwannen" zum Einsatz, bestückt mit Truelite-Leuchtstoffröhren aus den USA. Die gab es später auch aus Deutschland.

    Heute würde ich für die damals mehrere Tausend Bildvorlagen eine Digitalkamera verwenden, u.a. aus Zeit- und Kostengründen aber das ist eine jeweils ganz persönliche Entscheidung.

    Herzliche Grüße

    Karl Heinz

  • Manchen Vergrößerer kann man aber als Reprostativ verwenden. Z.B. die Vergrößerer von Durst.

    Wenn das Endprodukt Dias sein sollen, würde ich in Erwägung ziehen die Bilder einzuscannen und anschließend ausbelichten zu lassen: https://diabelichtung.info/

    Voraussetzung ist natürlich ein guter Scanner, aber man umgeht alle Probleme der Beleuchtung und kann Bildausschnitt und Kontrastumfang ohne Aufsteilung frei bestimmen.