Beiträge von Uwe Pilz

    Bei der 3,5F ist es ziemlich leicht zu erkennen, wie stark sie beansprucht wurde. Bei manchen anderen Modellen wird das auch so sein.


    Oberhalb der Kurbel befindet sich ein Messing-Niet oder so. Jedes Mal wenn man kurbelt, wischt man da mit dem Hemdsärmel drüber. Das führt dazu, dass die Farbe abgeht. Zuerst ringförmig, am Schluss ist der ganze Knopf bronzefarben.

    Meine hat ringförmige Erosion, davon habe ich leider kein Foto gefunden. Aber ich hänge mal drei unterschiedliceh Abnutzungsgrade an.

    Knopf.jpg

    Die 3,5F hatte schon recht lange, so ca. ab 1962, das sechslinsige Planar, während die 2,8er noch lange mit dem 5-linsigen Design ausgeliefert worden. Nun ist die Abdeckung eines größeren Feldes auch eine schwierigere Aufgabe, was sich auch in der geringeren Lichtstärke aller 75-mm-Flexen zeigt.

    Ob man den Wechsel des Objektivdesigns in den Abzügen wirklich sieht, ist fraglich. Aber ein Kaufgrund kann das sein.

    Er muss verwendet wordem sein, am besten kurz vor dem Wegkippen. Meist ist er dann ziemlich braun bis schwarz.


    Einfach nur rumstehen lassen nutzt nichts. Der Entwickler erzeugt aus Silberbromid metallisches Silber (das Bild). Das Bromid bleibt übrig und reichert sich in der Lösung an. Das ist der Grund, weshalb die Bilder in gebrauchtem Entwickler länger benötigen, und nicht dass die aktive Substanz weniger wird. Hier gibt es ein Redoxsystem, das hält lange durch.

    > So weit ich es jetzt verstanden habe, ist der Belichtungsmesser nicht gekoppelt.

    Sagen wir mal, halb gekoppelt. Du verstellst Blende und Zeit, bis eine Nadel über dem Beli-Ausschlag steht. Dann stimmts. Das funktioniert gut.

    1200€ sind viel, aber ich glaube nicht, dass du eine ordentliche Kamera mit Gewährleistung billiger bekommst,

    > Kann man in bestimmten Aufnahmesituationen anhand des Ergbenisses (erzeugtes Bild) tatsächlich erkennen, ob eine Planar- oder eine Tessar-Rolleiflex verwendet worden ist?

    Aber natürlich. Beispiel Architekturfotografie, mit Ziege-Mauerwerk bis in die Ecken. Im Planar mit f/5,6 ordentlich scharf, im Tessar mit F/8 noch etwas weich.

    Fotografiere einfach mal eine Zeitung mit verschiedenen Blendenwerten.

    > etwas Streulicht- und Reflex-empfindlich

    Das gilt v.a. für unvergütete Linsen. Das Tessar hat 6 Glas-Luft-Flächen, das Planar 8.

    Entgegen allen Unkenrufen: Ich habe eine 3,5F von ca. 1960 mit Selenbeli. der funktioniert tadellos.

    Das Problem ist der Lack, mit dem die Selenzelle gegen Luftsauerstoff gesichert wird. Gosse (das war der Beli-Lieferant) hatte das wohl im Griff.

    Ich würde keine so teure Kamera mit Tessar kaufen. Die Planar-Typen sind viel besser. Mit Tessar gibt es genügend Alternativen, auch jenseits von Rollei.

    Ich habe es nie geschafft, Kalkflecken (selbst verursachte) durch nochmal Wässern wieder wegzubekommen. Wenn es bei dir auch nicht klappt, empfehle ich als erstes ein Stopp-Bad, schwache Essiglösung oder so. Darin sollte sich der Kalk lösen. Danach konventionell wässern und trocknen.

    Nicht jeder hat eine ruhige Hand und Spiegelreflexkameras neigen bei kurze Zeiten zu Unschärfen durch Verwackelung.

    Mit voll geöffneter Blende wird es auch nicht richtig scharf, zwei Stufen abzublenden ist ratsam.

    Hast du das beachtet?

    ~

    Nur zur Sicherheit: Unscharf und kontrastarm/matschig sind zwei verschiedene Dinge.

    ~

    Der Tipp mit der Zeitung ist gut. Frontal fotografiert kann man damit ganz einfach die Abbildungsleistung über dei Fläche abbilden. Und sich wundern, was manche Optiken in den Ecken machen.

    > Gebrauchtes Dichromat-Bleichbad kann man durch Reduktion zu relativ harmlosem, grünem Chrom(III) entgiften. Das geht am besten mit gebrauchtem Abfall-Entwickler oder mit Natriumsulfit.

    Und dann ins Alkalische bringen und Ausfällen! Entwickler ist alkalisch, da wird es wohl in einem Rutsch so gehen.

    Insgesamt ist das nix für Chemie-Laien.

    > Mit Eisen versetzen, es sollte Berliner Blau ausschlagen. Reicht es in die Lösung Eisenspäne zu streuen?

    Irgenwas leicht rostendes in dei Lösung reinhalten, zieht sofort blaue Schlieren.

    > Dichromat

    Chrom(VI) ist eklig, ein starkes Fischgift und es wird in der Umwelt nicht / kaum abgebaut. Das muss unbedingt zur Chemikalienentsorgung! Ich möchte kein Chrom(VI) im Haus haben.

    Ihr müsst wissen: Der Konverter vergrößert die Fehler des Objektivs mit. Es ist sozusagen dasselbe, als ob ihr eine starke Ausschnittsvergrößerung machen würdet, nur das Korn ist natürlich kleiner.

    Die Idee dahinter ist, dass man von einem Objektiv nur den besser korrigierten inneren Bereich benutzt, und die problematischen Ecken nicht mit vergrößert. Dennoch bleibt es so: Ein Standardobjektiv mit sagen wir 50 mm und 100 lp/mm wird zu einem 100er Tele mit 50 lp/mm. Ein vernünftig durchkonstruiertes Tele kommt aber auf 80 lp/mm. Der maximale Blendenwert teils tsich durch 2. Aus einem f/2 Normalobjektiv wird ein f/4 Tele.


    Für das Normalobjektiv geht das alles noch einigermaßen auf. Wenn man aber ein Teleobjektiv weiter verlängert, dann wird es oft unsinnig. Aus einem 135 mm f/2,8 wird ein 270 f/5,6 (geht noch) aber mit 35 statt 70 lp/mm (das will man nicht).

    Ich sage mal etwas zur Charakteristik des Entwicklers.

    Klassische Entwickler (von vor 100 Jahren) hatten Metol als Entwicklungssubstanz und Hydrochinon als Redox-System. ID11/D76 ist der am weitesten verbreitete Vertreter.

    In den 1940er Jahren wurde Phenidon entdeckt. Es ist vor allem für Filme sinnvoll und holt eine halbe Blende mehr Empfindlichkeit heraus und reagiert weniger auf das im Prozess entstehende Bormid. Dies ist dann die neue Standardentwicklersubstanz geworden. Es hält sich nicht ganz so gut in Lösung wie Metol, deshalb wurde das chemisch noch mal modifiziert, heißt dann Dimezone-S. Und das ist AM74: ein DimezoneS–Hydrochinon–Soda–Entwickler. Ganz was Normales und Unkompliziertes.

    Es gibt Formeln, die versuchen, alles Giftige wegzulassen. So sonderlich giftig sind DimezoneS und Hydrochinon aber nicht. Hier fallen mir Caffenol und die Vitami-C-Entwickler ein. Dann gibt es (wenige) Versuche mit anderen Entwicklungssubstanzen, um noch ein Quentchen mehr herauszuholen. Wehner-Entwickler/Jobo alpha und Atomal 49 fallen mir ein. Und dann gibt es noch Exoten: Solche, die die Schicht gerben oder das Silber zusätzlich anfärben. Hier kommen mir die Pyrogallol-Entwickler in den Sinn. Pyrogallol ist eine riesige Schweinerei, ratz-fatz sind ganze Räume dauerhaft versaut.

    Mein Rat: Bleib erst mal dabei, wenn es dir um Fotos geht. Am74 ist ein solider Standardentwickler.

    > Lieber Klaus, ehrlich gesagt fällt es mir schwer, deine Aussage zu glauben.

    Ich möchte Klaus' Aussage unterstützen. Normalerweise benötigt man in den Schatten eine härtere Gradation als in den Lichtern. Manche Filme beinhalten das durch eine abflachende Kurve in den Lichtern.


    Der grund. Es fällt uns viel schwerer, Dichteunterschiede in den Schatten zu sehen. Eine dunkle Motivstelle, die zwischen dunkelschwarz und einfachem Schwarz strukturiert ist, erkennt man nur als einförmig dunkel. Solche Stellen muss man hart abziehen, damit es wenigstens zwischen schwarz und dunkelgrau changiert.

    Den Himmel hingegen möchte man in luftigen Grautönen haben, weil hier das Auge an sich schon feine Unterschiede sieht.

    Schwierige Motive habe ich schon auf diese Weise mit zwei Gradationen abgezogen, mit Multikontrastpapier geht das ja. Zumindest kann man beim Nachbelichten des Himmels eine weiche Gradation einstellen.

    Filme (und auch Papiere) haben eine Belichtungsschwelle. Das heißt, das erste bißchen Licht führt zu keiner Dichte-Erhöhung. Durch Vorbelichten kann man diese Schwelle gerade eben draufbelichten. so bewirkt das Vorbelichten tatsächlich, dass das erste bissel Licht schon zu einer Dichte im Film führt. Rein messtechnisch kann man die Empfindlichkeit = Dichte 0,1 über Schleier erhöhen, vielleicht verdoppeln. In wirklichkeit wird der Kontrast der Schattengebiete kompromittiert.

    Ich möchte in Klaus' Horn tuten: Es gibt wirklich gute Filme, die für die bildmäßige Fotografie gedacht sind. Ich sehe keinen Grund, auf diese Nischenprodukte auszuweichen. Außer natürlich, man möchte die Infrarotempfindichkeit des Aviphot nutzen, das bekommt man ja anders nicht.

    Noch was zum Korn: Wer kein Korn mag, kann ja digital fotografieren. Das Schwar-Weiß-Bild lebt ja gerade vom Korn. Wenn es gerade wahrnehmbar ist, erhöht es den Schärfe-Eindruck. Da ist der TMX sogar zu feinkörnig dafür. Wenn man es feinkörniger mag, sollte man zuerst am Entwickler drehen. Ihr wisst, was ich jetzt empfehle ...

    > Adox HR50


    HR50 ist auch Luftbildfilm Agfa Aviphot Pan 80, ebenso wie RPX25. Allerdings unterschwellig vorbelichtet. Ausprobiert habe ich das nicht. Die Empfindlichkeit hebt es auf jeden Fall, vielleicht bessert es auch die Kennlinie.


    CMS wird ja nicht mehr hergestellt, so dass es m.E. sinnlos ist, sich jetzt neu auf diesen Film einzuschießen.