Beiträge von Wolfgang Haas

    Hallo Thomas,

    ausgehend von den Verhältnissen bei meiner 4x5 Chamonix hatte ich zunächst vermutet, dass ein solches Objektiv noch gut möglich ist.

    Eine kurze Recherche fand jedoch dies:

    Large format cameras: review of the Toyo 45A field

    Der Autor berichtet sinngemäß, dass bei dem für Objektive mit kürzerer Brennweite als 90mm nötigen starken Zurückfahren der Frontstandarte der nicht auswechselbare Balgen zu sehr gequetscht wird.

    Sicher kannst du ja an deiner Toyo selbst testen, wie weit du den Balgen zurückfahren kannst, und ob der Autor richtig liegt.

    Ich lasse mir die Wahl des Formats nicht vom Preis diktieren, auch wenn rechnerisch die großen Formate vielleicht günstiger wären.

    Man würde ja nur dann wirklich KB gegen MF oder sogar GF vergleichen können, wenn man auf einem MF- oder GF-Negativ so viele Bilder unterbringen könnte wie Kleinbild-formatige Aufnahmen reinpassen. Das geht aber gar nicht, denn ein MF-Negativ enthält nur 1 Aufnahme und nicht 4, um den Preis mit KB vergleichen zu können.

    Technisch am ehesten würde man bei GF noch mit geteilten Darkslides (gibts z.B. bei Intrepid - "Half Frame Dark Slide") arbeiten, die auf einem GF-Negativ 2 Panorama-Aufnahmen mit zwischenzeitlichem Ändern des abgedunkelten Bildausschnitts ermöglichen. Ich hatte das überlegt als preisgünstige Alternative zu einer richtigen Panorama-Kamera.

    Bei mir entscheiden immer die Aspekte "Ziel der Aufnahme" (auch: wie groß soll das Endprodukt werden) und Handhabbarkeit der Kamera darüber, welches Format ich benutze und nicht der Preis. GF mache ich nur bei richtigen Projekten, die gut vorbereitet werden und bei denen ich mir auch für die Aufnahme viel Zeit lasse. KB ist eher das Thema für "immer dabei"-Aufnahmen. Und MF liegt dazwischen (Aufnahme auch noch ohne Stativ, aber für größere Vergrößerungen).

    Ein günstiger Kompromiss ist der ADOX CMS 20, der - gute Objektive vorausgesetzt - so fein auflöst, dass man auch größere Vergrößerungen erreicht. Und da ich mir diesen Film von einer 30,5m Rolle selbst konfektioniere, wäre das mein Tipp, wenn man günstig analog fotografieren will :)

    der billigste Faktor

    Das mit dem Kostenfaktor ist ein guter Hinweis, mal darüber nachzudenken, welcher Faktor wäre eigentlich der wichtigste wäre. Und das ist eindeutig die Freude am Selbermachen, die weit über das Drücken des Auslösers hinausgeht.

    Ich will erst gar nicht so tun, als wären mir die Preise egal, und selbstverständlich würde ich mich über niedrigere Preise für die Filme auch freuen.

    Ich habe einfach mal andersherum gedacht: würde ich noch analog fotografieren, wenn ein Kleinbildfilm 100,- € kosten würde?

    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich dann mit einer Aufnahme (von 36) so umgehen würde wie ich es heute beim 4x5 oder schlimmer noch beim 8x10 (1 Blatt Velvia kostet ca. 35,-) Planfilm tue: sehr bewusst einsetzen und die Aufnahmen nicht leichtfertig verschießen. Vermutlich würde ich dann immer noch analog fotografieren, ich fürchte aber, dass nur noch ganz wenige Hobbyisten das mitmachen würden. Deshalb erwarte ich auch keine solche selbstmörderische Preisentwicklung, sondern eine, die sich langsfristig auf ein "so eben noch bezahlbares Niveau" einpendeln wird. Mal sehen, was wird...

    Ich habe mir den Luxus geleistet, 3 Filmlader (AP Bobinquick) und 3 Rollen Film (Adox CMS 20 II, AGFA APX 400 und Ilford Delta 100) zuzulegen.

    Ist die Rolle mal im Lader, kann man - dem Zählwerk vertrauend - auch kleinere Bilderzahlen als 36 laden.

    Die Fuselei mit den Kunststoff-Patronen habe ich auch schon bemerkt, ist aber mit ein bisserl Druckluft kein ernsthaftes Problem mehr. Oder man nimmt halt die Metall-Patronen.

    Mein Hauptargument für den Rollenfilm ist aber eher die reichliche Verfügbarkeit. Dass der Film in Rollen günstiger ist, freut mich zusätzlich.

    Schnelle Handbewegung um die Wand zu ertastenund ich erwische genau - den Lichtschalter für die Tageslicht LED.

    Hallo Andreas,

    ich gebe zu, dass ich mich beim Lesen köstlich amüsierte, bis dann die "Schadenfreude ist böse" Warnung irgendwo im Stirnhirn erschien.

    Dennoch: da mir außerhalb der analogen Fotografie schon ähnliches widerfahren ist, kann ich mir deinen Gemütszustand lebhaft vorstellen.

    Und wenn ich das Ganze lustig finde, dann eigentlich nur, dass hier eine gute Überlegung treffsicher zu ihrem Gegenteil geführt hat.

    Danke für die Story! Meinen Tag hast du gerettet :)

    Vielen Dank für die vielen Beiträge, Einschätzungen und Ideen!

    Fast könnte man versucht sein, einen flachen und 80cm langen schmalen Kasten zu bauen, der einen klappbaren Deckel mit Gummilippe hat sowie an zwei Innenwänden einen Schlitz, in den der Film eingeführt wird. An der Stirnseite einen inneren Verschluss, der das Eindringen von Licht verhindert sowie einen aufklappbaren äußeren Verschluss, durch den die Flüssigkeiten eingefüllt und ausgegossen werden. Spart die Spule und bräuchte auch nur ca. 200 ml Entwickler (80cm Länge x 3,5 cm Breite x 0,7 cm Höhe, um den Film vollständig zu umschließen) für einen halben Kleinbildfilm. Eigentlich wie so eine Art Stearman Press Flachtank, nur in lang und schmal.

    Spaß beiseite; mir ging es auch ncht darum, hier viel Geld zu sparen, sondern eher darum, wie man die Entwicklerchemie besser ausnutzen kann.

    Bei einigen Entwicklern wie dem von mir häufiger benutzten Rodinal gibt es ja Rezepte für unterschiedliche Verdünnungen. Ich werde einfach mal testen, wie groß die Unterschiede bei 1:25 in 5:30 Min im Vergleich zu 1:50 in 12:30 Min. sind. Sollte der Unterschied minimal sein, würde ich die längere Verarbeitungszeit schon in Kauf nehmen.

    Sollte ich hier einen Denkfehler gemacht haben, lasst es mich bitte wissen.

    Nachdem ich mir inzwischen 2 Rollen Kleinbildfilm a 30,5 m Länge zugelegt habe, kann ich damit Patronen mit jeder gewünschten Bilderzahl < 40 bestücken. Wenn ich jetzt losziehe und schon weiß, dass ich nicht mehr als 20 Aufnahmen machen werde, spule ich auch nur 20 Aufnahmen in die Patrone.

    Die Entwicklungsrezepte für Kleinbildfilem stellen bei ihren Zeit- und Entwicklermengenbetrachtungen immer auf 36 Aufnahmen ab, das heißt, der Entwickler ist ausreichend bemessen.

    Für 20 Bilder - so denke ich - müssten eigentlich 55% des Entwicklerkonzentrats genügen, wenn ich ihn ökonomisch verwenden will.

    Da ja die ganze Spule im Entwickler liegen muss, kann man ja nicht die angesetzte Flüssigkeit reduzieren, sondern nur enthaltene Konzentratmenge. Die Brühe wird also dünner...

    Nun meine Frage:

    An welchem Parameter dreht man, wenn man statt 36 Bildern nur 20 entwickeln und auch nur ca. 55% der Entwicklerlösung verwendet?

    • Verlängert man die Zeit, so wie das bei einem Rezept mit höherer Verdünnung (1:50 statt 1:25) gemacht wird?
      Das wäre meine erste Wahl für einen Test, wenn ich niemanden nach seinen Erfahrungen fragen könnte.
    • Schüttelt man öfter?
    • Nimmt man eine höhere Temperatur?

    Was könnt ihr empfehlen?

    was hat dann nicht gestimmt?

    Das könnte am Film liegen

    Das denke ich auch.

    So grünlich, wie du es beschreibst, Rolf, ist bei mir auch mal ein Film nach der Entwicklung mit dem C41 Kit geworden, siehe hier:

    Wolfgang Haas
    28. Oktober 2021 um 00:26

    Eindeutig lag das am Film, da andere Farbnegative, die ich etwa zur gleichen Zeit mit demselben C41 Kit entwickelt hatte, ganz normal aussahen.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Ich habe vor ca. 2 Wochen aus einem Anfang 2022 geöffneten Tetenal C41 Konzentrat Entwickler angefertigt und war mir auch nicht sicher, ob er noch funktioniert. Das Blix Bad hatte schon deutliche Ausflockungen, die ich erst mal abgefiltert habe.

    Mit früheren (allerdings schon länger angesetzten Entwicklern) dieses Typs hatte ich schon mal den Effekt, dass das Negativ am Schluss klar orange rauskam und somit vernichtet war, d.h: der Entwickler war kaputt.

    Damit ich nicht erneut so ein Desaster erleben wollte, habe ich den Anfang des KB-Films abgeschnitten und entwickelt. Das tat nicht weh, weil der Anfang ohnehin schon beim Einspulen Licht abgekriegt hatte. Als er dann nach dem Blix dunkel war, habe ich mich getraut, den KB-Film zu entwickeln. Und als der gut wurde, konnte ich auch problemlos die 4x5 Negative entwickeln.

    Vielleicht machst du auch einfach mal so einen Test mit einem Schnipsel Film. Natürlich sagt so ein Test nichts darüber aus, ob die Farben nachher nicht einen Schlag haben; dazu müsstest du den Test schon mit einem normal belichteten Bild machen, und das heißt, dass - solange es nicht um Planfilm geht - zumindest ein Bild der Schere zum Opfer fällt.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Das kann Pan F definitiv besser

    Das freut mich.

    Ich habe den Film nämlich aufgrund des bedeckten und zu Regen neigenden Wetters nicht sehr sorgfältig (ich habe nicht nach dem Zonensytem gearbeitet) aufgenommen, sondern nur dem Gossen Beli vertraut. Bei der Entwicklung bin ich dann nach den hier bereits öfters in Ungnade gefallenen Massive Dev Tabellen entwickelt (Ilford HC 1:31, 4 Min., davon 1 Minuten permanent und dann jede Minute noch 10 Sec. gekippt.)

    Daher bin ich für jeden Tipp dankbar, wie man hier die Mitteltöne lebendiger machen kann. Und damit kommen wir neben den vielen ergänzenden Erörterungen vielleicht sogar wieder auf den Hauptaspekt dieses Threads zurück und ergänzen das "Wer verwendet den Film" durch ein "wie verwendet man ihn optimal?"

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Ich hatte ja in #9 erwähnt, den PAN F+ (120) zu bestellen.

    Nahezu gleichzeitig habe ich dann eine 6x6 TLR von einem Mitforenten übernommen, mit der ich den Film dann in Frankfurt - leider an einem trüben Tag - ausprobierte. Den Film habe ich in Ilfotec HC entwickelt.

    Zur Illustration von Korn und Schärfe (an der auch das Tessalith der Seagull ihren Anteil hat) kommen hier 2 Bilder mit Ausschnittsvergrößerungen:

    MMK.jpg

    MMK.crop.jpg

    F11 - 1/125s


    Braubachstrasse.jpg

    Braubachstrasse.crop.jpg

    F5,6 - 1/60s

    Die unbeschnittenen Bilder sind gescannt (und für die Uploadgrenze von 500kb runtergerechnet).

    Die Crops sind Ausschnitte der unbeschnittenen Bilder und daher auch nicht mit höherer Auflösung gescannt.

    Ich finde, der PAN F+ hat trotz der recht guten Auflösung ein schönes Korn (ist natürlich besser am Negativ mit Lupe davor zu erkennen).

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Zur aktuellen Version des Bildes aber doch folgende, rein konstruktiv gemeinte kritik:

    Hallo Oskar,

    vielen Dank für deine umfassenden Tipps! Wenn ich den nächsten Versuch mache, lasse ich mir für all dies Zeit und knipse nicht schnell in einer Regenpause.

    Gestern in Wiesbaden ging es mir wirklich nur darum, einmal grob gegenüberzustellen, was es bedeutet, zusätzlich noch einen horizontalen Shift zu nutzen, um auch noch etwas gegen die konvergierenden horizontalen Linien zu tun. Und - das war mir allerdings auch wichtig - ich wollte die Grenzen der Shifterei aufzeigen, wenn man ein sehr kurzbrennweitiges Objektiv mit nicht so einem großen Bildkreis hat.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    Wir waren eigentlich gespannt auf deine Ergebnisse. Oder gefällt dir Wiesbaden nicht mehr ....

    Ich hoffe, ihr seid immer noch gespannt. Gestern war ich wieder in Wiesbaden, leider bei regnerischem Wetter.

    Ich habe versucht, das Staatstheater von serselben Stelle aus aufzunehmen und diemal zusätzlich einen horizontalen Shift einzustellen.

    Musste allerdings nachträglich feststellen, dass ich wohl ca. 5m weiter entfernt stand, was im Weitwinkelbereich ziemlich viel ändert.

    Es gab trotz des etwas weiteren Abstands zum Objekt mit dem Bildkreis das Problem, dass dieser an der linken oberen Ecke beschnitten war. Ich hatte Blende 11 eingestellt; bei F16 wird für das 65er Nikkor aber auch nur ein Bildkreis von 170mm angegeben. Viel hätte ich bei weiterem Abblenden auch nicht mehr gewonnen. Da ich ja die rechte Gebäudeseite wieder drauf haben wollte, also eigentlich rechts vor dem Gebäude stand, musste der Shift links schon größer ausfallen als der vertikale. Das führte zu einer vignettierten Ecke, die aber bei der Vergrößerung problemlos beschnitten werden kann.

    Außerdem habe ich bei der nur kurzen Tröpfelpause schneller als im analogen Großformat üblich fokussiert, was leider zu einer kleinen Unschärfe im linken Bereich führte (Kamera war wohl nicht exakt parallel zum Gebäude). Wenigstens hatte ich all mein Geraffel wieder im Rucksack, bevor es wieder stärker regnete. So, hier kommt das Bild:

    A_00144_01.mini.jpg

    Ich finde, hier ist durch den erstmals in dieser Aufnahme vorgenommenen Horizontalshift die Wuchtigkeit des Bilds aus #1 gebrochen und die Proportionen wirken deutlich natürlicher. Würde ich dasselbe Bild nochmals aufnehmen wollen, würde ich die Korrektur der stürzenden Linien etwas zurücknehmen und mir viel mehr Zeit lassen mit der Anmutung auf der Mattscheibe. Wie gesagt: gestern war dafür einfach nicht das geeignete Wetter.

    Und nebenbei: der Film aus #1 war ein Adox CMS 20, das Bild hier ist ein Ilford FP4+. Von der Auflösung her liegen Welten dazwischen. Aber das ist wieder ein anderes Thema...

    Wenn ich bislang in diesem Forum eines nicht vermisst habe, dann ist das ein unqualifizierter und hetzender Ton.

    Ich hoffe, dass solche anlasslosen, von Stichworten ("vegan") ausgelösten pauschalen Äußerungen ("verblödeter links-grüner Zeitgeist") die seltene Ausnahme bleiben.

    So etwas richtet - selbst wenn man sich auf die Meinungsfreiheit beruft (wie oft habe ich diesen Satz schon gehört: "Man wird ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen") - Schaden an, der das Miteinander betrifft.

    Ich kann hier nur bitten, den Charakter dieses Forums - sich gegenseitig informieren und helfen - nicht durch solche Zwischenrufe zu verderben.

    Danke!