Beiträge von Stefan Höhn

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    Die Müllverwertung macht nämlich mit dem Entwickler nichts anderes, als ihn in die Kläranlage zu kippen, da gibt es nichts zu verwerten und die Bestandteile des Entwicklers lassen sich in biologischen Kläranlagen prima abbauen.

    Stimmt, Müllverwerter die sich gerne im strafrechtlichen Rahmen bewegen tun das.
    Finde solche unqualifizierten Aussagen immer wieder bemerkenswert... :roll:

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    Das Fixierbad wird entsilbert und dann ebenfalls entsorgt. Das Silber wird nicht in erster Linie wegend es Wertes herausgeholt (die Entsilberung ist teurer als der Silberpreis), sondern weil Silberionen bakterizid wirken und folglich in den biologischen Kläranlagen zum Ableben eines Teils des mikroskopisch kleinen Reinigungspersonals führt.

    Ach echt?
    Also wenn man das Silber mit ner Elektrolysezelle rauholt, was eigentlich Stand der Technik ist, dann bleibt da noch genug hängen...
    Bei 3 g/l Ag Gehalt (und vor 10 Jahren war man da im Schnitt noch bei 8 - 12 g/l) ist man alleine bei einem m³ Fixierer direkt mal bei 1200 Euro / m³

    Aber ne, ist klar... lohnt sich natürlich nicht...

    Ich selbst bin seit 13 Jahren, die letzten 8 Jahre als Betriebsleiter, in einem Entsorgungsfachbetrieb tätig, der unter anderem Photochemikalien bearbeitet, von daher bilde ich mir einfach mal ein, über die Verwertungs-/Entsorgungsverfahren von Photochemikalien bescheid zu wissen.

    Wenn diese Entsorgungsmitarbeiter den Entwickler in die große Tonne mit den Laugen kippen, dann ist das schlichtweg verboten. So einfach ist das im Grunde.
    Fixierer / Entwickler / Bleichentwickler, sollten eigentlich schon als getrennte Fraktionen gesammelt werden. Notfalls kann man diese auch gemischt als Photochemikalien entsorgen, aber zusammen mit anderen Laugen... naja... es gibt überall schwarze Schafe, der Normalfall ist dies allerdings nicht!

    Grundsätzlich ist es erstmal Fakt, dass die jeweilig zuständigen Behörden der einzelnen Bundesländer, die für die Erstellung der Entsorgungsnachweise zuständig sind zuerst einmal eine Verwertung haben wollen, ist dies unter ökologischen Gesichtspunkten (z.Bsp. wegen irrsinnig weiter Anfahrtwege) nicht möglich, erst dann wird ein Entsorgungsnachweis zur Beseitigung (Verbrennung) erstellt.

    Mir kommt es so vor als wenn hier die Argumentation in die Richtung gehen soll:
    Die Kommunen entsorgen es eh umweltschädlich, dann kann ichs auch direkt in die Toilette kippen...


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    PS: Hab' hier gerade das "Handbuch der Recyclingverfahren" vom Umweltbundesamt (Erich Schmidt Verlag Berlin 1991), wo interessanterweise auch nur die Entsilberung als Verfahren zur Aufbereitung fotochemischer Bäder angegeben wird. Hat sich da in den letzten 20 Jahren etwas grundlegend geändert?

    Am Entsilberungsverfahren selbst hat sich wenig geändert, allerdings hat sich sehr viel getan, was mit dem entsilberten Fixierer passiert.
    Wie schon geschrieben: Oftmals werden entsliberte Fixierer, vorbehandelte Entwickler mit Harnstoff versetzt und als Rauchgasentstickungsmittel z.Bsp. in der Zementindustrie eingesetzt. So wird also aus einem gefährlichen Abfall wieder etwas, was der Umwelt zugute kommt.

    Hi Tina,

    was bringt dich zu der Annahme, das die Photochemikalien nicht umweltgerecht entsorgt werden.

    Die Schadstoffannahmestellen sind Entsorgungsfachbetriebe, werden also auch in Audits bzw von den jeweiligen Fachbehörden überprüft.

    Photochemikalien gehen tatsächlich zum Großteil in die Verbrennung,
    allerdings werden diese vorher entsilbert, dann z.Bsp. mit Harnstoff oder Ammoniak versetzt und als Rauchgasentstickungsmittel eingesetzt, sie werden also zu einem Sekundärrohstoff (z.Bsp. Kontranox).
    In dem Fall ist eine "Verbrennung" sogar äusserst umweltfreundlich, da schädliche Stickoxide damit nicht in die Umwelt kommen

    Hallo zusammen,

    habe teilweise amüsiert und teilweise erschrocken diesen Thread hier durchgelesen.

    Um hier mal ein bisschen Klarheit reinzubringen:

    Laut §3 Abs. 1 Kreislauwirtschafts- und Abfallgesetz sind Abfälle als "bewegliche Sachen, deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss" definiert.

    Bei Entwicklerlösungen handelt es sich um Abfälle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.
    Abfälle aus privaten Haushalten unterliegen grundsätzlich der Überlassungspflicht an öffentlich rechtliche Entsorgungsträger.

    Daher ist es auch prinzipiell überall möglich gebrauchte Fixierer / Entwickler unentgeltlich abzugeben um sie einer umweltgerechten Entsorgung zuzuführen.

    Im Einzelfall kann auch eine Entsorgung flüssiger Abfälle über Kläranlagen
    in Betracht kommen. Nach § 55 Abs. 3 WHG setzt die Beseitigung flüssiger
    Stoffe, die kein Abwasser sind, mit Abwasser u.a. voraus, dass eine solche
    Entsorgung der Stoffe umweltverträglicher ist als eine Entsorgung als
    Abfall. Diese Voraussetzung ist hier jedoch nicht erfüllt.
    Entwicklerlösungen, Fixierbäder sowie Bleich-Fixierbäder sind gefährliche
    Abfälle im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. Nach § 10
    Absatz 4 Satz 1 Kreislaufwirtschaftsgesetz sind Abfälle so zu beseitigen,
    dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Eine
    Beeinträchtigung liegt insbesondere vor, wenn ..3. Gewässer und Boden
    schädlich beeinflusst werden.

    Eine Einbringung gefährlicher Stoffe in die Kanalisation (auch nach Verdünnung) war, ist und bleibt verboten.

    Daher:
    Warum kompliziert machen? Jeder hat die Möglichkeit Photochemikalien kostenlos einer umweltgerechten Verwertung zuzuführen, warum also nicht einfach machen?